Das Styling-Handbuch zum ersten Date

Wie zieht man sich fürs erste Date an? DRS-3-Stilsheriff Jeroen van Rooijen über die textile Kunst der Verführung.

Wichtiger als ein gestylter Anzug ist den meisten Frauen, dass ein Mann gepflegt ist.
Bildlegende: Wichtiger als ein gestylter Anzug ist den meisten Frauen, dass ein Mann gepflegt ist.

In Hollywoodfilmen trägt die Frau zum ersten Date ja oft nichts ausser Wäsche, Strümpfe, hohe Schuhe und einen Trenchcoat. Fast nackt im Trenchcoat: Männer sollten das besser nicht 1:1 übernehmen, das weckt dann ganz andere Assoziationen.

Ausserdem: Ein erstes Date ist ja meist kein Blind Date, zu dem man sich zum allerersten Mal überhaupt sieht, sondern ein Zusammentreffen zweier Menschen ist, die sich vielleicht schon kennen oder zumindest mal begegnet sind. Also hat man ja in den meisten Fällen schon eine Vorkenntnis oder eine gewisse Erwartung.

Verkleiden bringt nichts

Deshalb: Man sollte authentisch sein und sich wohl fühlen. Man muss sich in seiner Haut und seinen Kleidern sicher fühlen, um souverän zu wirken. An neue Kleider muss man sich erst einmal selbst gewöhnen, bevor man sie anderen zumutet. Ein bisschen pimpen und stylen ist allerdings auch nicht falsch und signalisiert, dass man sich nicht nur trifft, um Zeit totzuschlagen. Es geht ja um Verführung.

Für Damen können High-heels deshalb eine wirksame Waffe sein: sexy Absätze entschädigen so manchen Herrn für andere Defizite. Formende Unterwäsche kaschiert und optimiert die Figur. Allerdings muss man dann diszipliniert genug sein, damit es nicht so endet wie im Bridget Jones-Film, in dem die nackten Tatsachen auf grausige Weise von der Illusion abwichen.

Männer sollten auch besser keine Experimente machen, schon gar nicht mit der Leibwäsche. Spassige Unterhosen jucken nur, wenn man an einer Bar sitzt. Und der sogenannte «BH für den Mann», also Unterhosen mit volumensteigendernden Polstern, sind nur peinlich. Schlimm ist auch, wenn Herren meinen, ihre Muskeln überdeutlich in Szene setzen zu müssen. Herren in hautengen Shirts sind immer fürchterlich, auch wenn sie ein Sixpack drunter haben.

Anzug muss nicht sein

Ein Anzug ist aber nicht nötig: Man sähe damit abends an der Bar aus wie ein entlaufener Buchhalter. Heute ist die Abendgarderobe eher casual, auch wenn ein weiches Jackett in guter Qualität und ein frisches Hemd nie falsch sind. Das Hemd, ob frisch gebügelt oder ganz entspannt, ist sicher chicer als ein Pullover oder T-Shirt.

Von altersloser Wichtigkeit sind für Männer nur die Schuhe: Die müssen sauber und schön sein. In alten Turnschuhen bekommt man niemanden um den Finger gewickelt. Ein warmes Jackett ist auch kein schlechter Tipp - erst recht, wenn man es spät abends seiner Herzdame leihen kann...

Waschen, waschen, waschen!

Frische ist der alles entscheidende Erfolgsfaktor. Frische Kleider, frische Wäsche, vorher noch einmal duschen, Zähne putzen, Nasenhaare zupfen und mit der Kleiderbürste über die Schultern rollern. Die Hosensäume ausklopfen, die Schuhe polieren, die Jackentaschen leeren.

Und nicht vergessen: Die meisten Frauen mögen gepflegte Männer. Mit gepflegten Händen und Manieren. Mit einer gesunden Haut. Guter Atem wäre auch wichtig; allenfalls vorher einen Zungenschaber benutzen.

Autor/in: Jeroen van Rooijen