Daunenjacken – warm, aber...

Es wird kühler, und mit den fallenden Temperaturen werden die weichen Daunenjacken wieder aus dem Winterlager geholt. Und manch einer fragt sich, wenn das wattierte Ding ausgemottet wird: Ist die Jacke noch aktuell? Was steckt da eigentlich drin? Und kann ich die waschen?

Daunenjacken geben auch bei minus zehn Grad warm.
Bildlegende: Daunenjacken geben auch bei minus zehn Grad warm. Colourbox

Am Anfang des Daunenjacken-Booms gab es diese dicken, raupen-artigen Schlafsack-Mäntel sie sind zum Glück wieder etwas aus der Mode gekommen. So mache Frau sah damit zwar aus wie eine Wurst. Inzwischen haben sich kürzere, weniger glänzende und mehr auf den Körper geschnittene Varianten durchgesetzt.

Populär sind Daunenmäntel, die mit ihren Absteppungen und Linien die Figur vorteilhaft modellieren sowie Modelle, die nicht mehr glänzen, sondern mattere Oberflächen haben. Es gibt inzwischen auch wattierte Jacken aus Wolle, Cashmere oder Tweed. Sie schlagen eine Brücke zwischen Klassik und Sportswear.

Klein und leicht
Vom Schnitt her ist immer noch der arktische Parka der grosse Renner: Gerade geschnitten, knapp knielang und mit einer grossen Kapuze. Im Trend sind aber auch die dünneren, ultraleichten Sportjacken- diese Modelle sind so leicht und kompakt, dass man sie beim Tragen kaum spürt und wenn man sie gerade nicht braucht, kann man sie kompakt zusammenlegen.

Ein wichtiges Kriterium für Daunenjacken ist der Cuin-Wert er benennt das Bauschvolumen von echten Daunen. Für den Fillpower-Test wird eine Unze Daunen in einem Zylinder eine bestimmte Zeit lang gepresst und danach schaut man, auf wie viele Kubik sich das Material wieder ausdehnt, wenn man es loslässt. Je höher der Cuin-Wert, umso besser die Isolationsleistung einer Jacke. 600 Cuin gelten als recht gut.

Verärgerte Tierfreunde
Wichtig ist auch, dass die Daunenkammern nicht durchgenäht sind, weil diese Nähte dann sogenannte "Kältebrücken" formen. Sowohl Daunen als auch Kunstfasern halten bis etwa minus zehn Grad warm das sollte bei uns in vielen Fällen reichen. Daunen sind in der Regel teurer zu beschaffen und besser zu komprimieren, ohne dass sie an Wärmeleistung verlieren.

Daunenjacken gibt es heute von stinkbillig bis extrem teuer, und fast nie ist klar, was drin steckt. Das ärgert Konsumentenschützer wie Tierfreunde gleichermassen. Denn Daunen sind die innerste Schicht des Federkleides von Wasservögeln, namentlich von Gänsen und Enten. Eine einzelne Ente hat nur etwa zwölf Gramm Daunen auf sich für eine normale Daunenjacke braucht's aber sicher 200 bis 300 Gramm.

Fragwürdige Praktiken
Allerdings werden nicht nur Daunen verwendet, sondern oft auch 5, 10 oder 20 Prozent Federn. Um Daunen zu gewinnen, werden zum Teil üble Praktiken angewendet. So wird darüber berichtet, dass manche Züchter von Stopfgänsen die Daunen mehrfach bei lebendigem Leibe ausreissen, um den Ertrag pro Tier zu verbessern. Entsprechende Gütesiegel oder Zertifikate sind selten, viele Hersteller kümmert es auch nicht, woher ihre Daunen kommen.

Sie kaufen ihre Daunen aus so genannten Daunenpools ein, wo alle möglichen Federn gemischt und so auch die mögliche problematische Herkunft verwischt wird. Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als den Herstellerangaben zu vertrauen oder auf Ersatzprodukte auszuweichen.

Ursprünglich für die Armee entwickelt
Zwar kann noch keine Kunstfaser die wärmeisolierenden und atmungsaktiven Qualitäten von Daunen komplett imitieren, aber was Daunen am nächsten kommt, ist die synthetische Primaloft-Faser. Das ist eine leichte Hohlfaser, die aus Kunststoffen gewonnen teilweise auch rezykliert wird und die gut wärmt und isoliert. Sie wurde ursprünglich für die Armee entwickelt und ist in der Sportbekleidung schon sehr verbreitet.

Der Nachteil ist aber: Sie nehmen, wie alle Kunstfasern, schneller Fremdgerüche an. Auch bei synthetischen Füllungen kommt es vor allem auf die Füllmenge an, damit eine gute Wärmeisolation erreicht werden kann. Der Hauptvorteil von Primaloft ist: In nassem Zustand behält das Material rund 96 Prozent seiner Isolationseigenschaften echte Daunen werden, wen sie mal nass werden, nur schwer und funktionslos.

Dennoch kann man auch echte Daunen waschen: am besten die Jacke alleine in die Maschine stecken, ein spezielles Daunenwaschmittel dazu geben, weil die Federn bei anderen Spülmitteln gerne verklumpen. Maximal 30 Grad wählen. Danach die Jacke in den Tumbler stecken, am besten mi ein paar Tennisbällen, damit die Daunen wieder lose geklopft werden. Am Schluss die Jacke an der frischen Luft aufschütteln.

Autor/in: Jeroen van Rooijen