Der SRF-3-Jogging-Knigge

Zwar geht es beim Joggen nicht primär um Stil, sondern um Technik, Kondition und Haltung, aber eben: schon auch ein bisschen um die Art und Weise, wie man es tut. Denn man läuft zwar alleine gegen seinen inneren Schweinehund an, aber hat dabei trotzdem mit anderen Mitmenschen zu tun.  

Die Luft wird wärmer, die Joggingrunden wieder länger.
Bildlegende: Die Luft wird wärmer, die Joggingrunden wieder länger. Keystone

Viele Läufer fragen sich ja auch nach Jahren und Hunderten von Kilometern noch: Soll man sich beim Kreuzen oder Überholen grüssen?  Das kommt ganz auf den Ort an, wo man joggt. Man tut es in ländlichen Regionen, in der Stadt aber eher nicht, und in der Grossstadt schon gar nicht ausser in den USA. In Wien schaut man auf den Boden, in London in die Ferne und in Zürich tut man so, als denke man gerade über seine Steuererklärung nach und würde vergessen, zu grüssen.

Man soll andere Läufer grüssen, wenn es vom Atmen her irgendwie geht jeden einzelnen, dem man begegnet. Ausser es sind so viele da, dass man nicht mehr zum normalen Atmen käme. Man ist aber dazu geraten, einen Gruss anzuwenden, der eine gewisse Form wahrt. «Sali» oder «hoi» sind unter Erwachsenen etwas gar forsch ein «Grüezi» ist sicher angenehmer, allenfalls auch eine neutrale Grussformel wie «Hallo» oder «Guten Tag».

Nicht selten erlebt man es auch, dass einem beim Joggen andere Läufer, vor allem Damen, geschminkt und parfümiert entgegenkommen. Für allzu opulente Duftwolken sind andere Jogger aber meist nicht zu begeistern Läuferinnen mit ausgeprägten Parfumfahnen verschlagen ihnen gründlich den Atem.

Schliesslich betrieben viele Läufer ihren Sport nicht nur, um Kreislauf und Kondition in Schwung zu halten, sondern auch um ihre Atemwege und Schleimhäute zu reinigen. Sie spucken und schneuzen also munter vor sich hin, obwohl es zweifellos unappetitlich ist, wenn jemand beim Laufen wie ein Indianer zur Seite schneuzt, dass es nur so in den Strassengraben spritzt. Wenn man diese Variante wählt, soll man es tun, wenn man sich sicher ist, dass man alleine ist. Man kann beim Joggen ja auch ein Papiertaschentuch benutzen. Auch das Spucken ist diskret zu handhaben. Man speuzt nie in Sichtweite von anderen Menschen aus, und wenn man es tut, dann immer zur Seite, in den Strassengraben oder noch besser ins Gebüsch.

 

Autor/in: Jeroen van Rooijen