Fiat Lux - Es werde Licht!

Seit letztem Wochenende ist wieder Winterzeit, und damit ist es am morgen zwar schneller hell, aber am Abend auch empfindlich früher dunkel. Licht ist also gefragt!

Damenhüte einmal anders: Leuchten von Atelier Oi
Bildlegende: Damenhüte einmal anders: Leuchten von Atelier Oi

Gut, dass in Zürich noch bis Sonntag die Wohn- und Designmöbelausstellung «neue räume 11» stattfindet, die DRS-3-Stilfachmann Jeroen van Rooijen besucht hat.

Die neuen Technologien

Die Neuentwicklungen gehen in zwei Richtungen: Auf der einen Seite gibt es einen technologischen Schub, ausgelöst durch Leuchtmittel wie LED und OLED, zum anderen ist atmosphärisches Licht wichtig, also ein Licht, das von objekthaften Lichtskulpturen ausgeht und nicht so sehr einen Raum ausleuchtet als ihn sanft modellieren soll.

OLED steht für organische Licht emittierende Dioden, die im Gegensatz zu LED zwar schwächere Lichtkraft haben, aber grossflächig eingesetzt werden können, also als Leuchtfläche oder Bildschirm verwendet werden können.

LED ist ein kleines Mikrolämpchen, das ganz schön viel Saft hat und sich für präzises, punktuelles Licht eignet, wie es die Schweizer Firma Baltensweiler mit seiner Stehleuchte Oyo anbietet, für die man früher wahrscheinlich deutlich klobigere Halogenlämpchen verwendet hätte.

Eindrücklich ist auch die superfiligrane, aus Alu gefertigte Schreibtischleuche Aluette von Arber. Ein sehr originelles Modell ist etwa die in bunten Primärfarben erhältliche Trapeze von IC Design, mit einer Leuchtfläche, die so gross wie ein Tischtennisschläger ist.

Halogen hat ausgeleuchtet

Halogenlampen sind kaum noch ein Thema. Ziemlich genau 30 Jahre nachdem der Schweizer Designer Hannes Wettstein mit dem System Metro von Belux den Prototyp für diesen heute weit verbreiteten Leuchtentyp schuf, ist Halogen für die Designer kein vordringliches Thema mehr.

Energiesparen versus Behaglichkeit

Einen Bogen machen die Designer auch um die sperrigen Energiesparlampen, die kaum je wirklich warmes und wohnliches Licht spenden.

Für Traditionalisten bietet sich das gute alte Modell Anglepoise an, also die Schwenkarm-Lampe mit schwerem Sockel, wie sie Muno aus Belgien fertigt und die am besten in den neuen, kräftigen Neonfarben aussieht.

Um wohnliche Stimmungen zu zaubern nimmt man lieber das klassische Licht der Glühbirne, das sanfter modelliert ist und gerne für grosse Leuchtobjekte verwendet wird, die ein selbstbewusster Blickfang im Wohnraum sind. Ein Beispiel sind die in schulterhohe alte Vogelkäfige eingebauten Papierleuchten, die Colombo zeigt.

Ungewöhnliche Materialien

Die Designer spielen auch gerne mit Gold und Kupfer. Sei es ein kleines, scharf aus Kupferblechen geschnittenes und kubisch geformtes Lämpchen des Holländers Piet Hein Eek oder ein mit Blattgold beschichteter, halbierter Kokon mit Lichtpunkten von Catellani & Smith.

Weitere überraschende, für Lampen nicht typische Materialien sind ein von innen heraus leuchtender Marmor-Hohlkörper bei Die Einrichter oder die scheinbar schwerelosen Holzfurnier-Ringe von Waldhaus, die ein sehr warmes Licht geben. Lustig und ein bisschen alternativ sind auch die mit Krawattenseide bespannten Lampenschirme bei Eco Design Home.

Das Thema Objektleuchten auf die Spitze treibt das renommierte Atelier Oï mit ihrer raumgreifenden, scheinbar lebenden Installation Oïphorique - ein absolutes faszinierendes Highlight bei neue räume 11.

Alles über die Ausstellung neue räume 11 in der ABB-Halle in Zürich-Oerlikon  gibts hier.

Autor/in: Jeroen van Rooijen