«Für Stiefel braucht es gute Beine»

Nach einem scheinbar nicht endenden Spätsommer hält nun doch langsam der Herbst bei uns Einzug, und wir tragen statt Sandalen und Espadrilles wieder schwereres Schuhwerk, sprich: Währschafte Stiefel kommen wieder zum Einsatz. Eine Übersicht zu den Formen, Trends und Kombinationen.

bei Bei Fendi sieht man sogar wieder weisse Stiefel im 80‘s Style.
Bildlegende: Bei Fendi sieht man sogar wieder weisse Stiefel im 80‘s Style. Keystone

Drei Modelle fallen diese Saison stark auf:

1. Der etwa kniehohe, schmale Reiterstiefel, der sehr ladylike und elegant ist.

2. Der Overknee-Stiefel, der das Knie bedeckt, aber neu mit flachem Absatz getragen wird.

3. Die Biker-Boots-Typen, also recht währschafte Stiefel mit runder Kappe, die oft ein bisschen mit Metall, also Nieten und Ketten und dergleichen, dekoriert sind.

Gucci setzt auch auf die hohen Python-Stiefel der 60‘s, Prada hat einen neuen 70‘s-Stiefel mit Keilabsatz gezeigt, und bei Fendi sieht man sogar weisse Stiefel im 80‘s Style wieder. Ganz neu sind die Sneaker-Stiefelhybriden, also Turnschuhe mit hohem Schaft. Die Absätze sind nicht mehr so hoch und dünn wie in den Jahren zuvor. Es darf wieder etwas deftiger sein.

Für Stiefel braucht es gute Beine
Der Standard bei den Schafthöhen ist etwa kniehoch. Flache Modelle sind auch bei den Stiefeln ein grosses Thema. Wildleder wird wichtiger. Aber Achtung: Pocahontas-Stiefel und die Welle der an aufgeweichte Sauerteigbrote erinnernden Soft-Schuhe aus australischem Lammfell sind wieder vorbei. Dafür sieht man im jungen Segment die geschnürten Springerstiefel im Doc-Martens-Stil wieder.

Für Stiefel braucht‘s gute Beine lang und schlank ist trumpf. Ausserdem sollte die Beinkleidung eine schmale Silhouette haben, sprich: blickdichte Strumpfhosen, Leggings oder kurze Röcke und Hosen sind auf jeden Fall besser als lange Hosen, die man mühsam in die Stiefel stopfen muss. Cool sind Stiefel auch zum (moderat) kurzen Kleid, das nicht eng anliegend sein sollte.

Tipp: Man kombiniere den schmalen, hohen Stiefel zu einem weiten Kleidungsstück oder einem XL-Mantel, und die derben Biker-Boots zu kurzen Röcken, Leggins oder einem kurzen, knappen Jäckchen. Weite Hosen sind oft ein Problem, weil man sie in die Stiefeln wursteln muss. Die Socken sollte man normalerweise nicht sehen, aber Achtung: Immer mehr coole Frauen finden es lässig, wenn oben aus dem Stiefel noch die Socke rausschaut.

Beim Kauf von Stiefeln ist darauf zu achten, dass sie gut sitzen. Stiefel, die am Schaft zu weit sind, sehen oft unvorteilhaft aus. Dasselbe gilt für Stiefel, die zu eng sind und wie eine Wursthaut am Bein anliegen. Man sollte noch einen Finger zwischen Leder und Bein stecken können. Auch die Qualität ist wichtig: Man sieht es bei Stiefeln im besonderen, wenn sie billig sind.

Auch Männer tragen Stiefeletten. 1. Geschnürte Stiefel, also Worker- oder Biker-Boots oder 2. die eleganteren und schlichteren Chelsea-Boots, die oft einen Reissverschluss auf der Innenseite haben und auch zum Anzug passen. Populär sind die auch Worker-Boots, wie sie Redwing und andere Rustikal-Marken populär gemacht haben.

Autor/in: Jeroen van Rooijen