Handy-Hüllen – Stilvolles Accessoire oder unnützes No-go?

Das Mobiltelefon, auch Handy oder Natel genannt, ist für viele Menschen das wichtigste alltägliche Accessoire. Die Frage ist nur, ob dieses Accessoire noch ein zusätzliches Accessoire braucht, nämlich eine Hülle?

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Früher hat man zum neuen Handy oft eine kleine, recht billige Kunstleder-Hülle dazu bekommen, die kaum jemand gerne gebraucht hat. Modisch in Fahrt gekommen ist das Thema erst so richtig mit dem iPhone 3, das damals dieses gravierende Übertragungsproblem mit der im Rahmen eingebauten Antenne hatte und eine Hülle fast zwingend nötig machte.

Covers für jeden Geschmack 

Seither sind Covers ein grosses Geschäft. Wer heute in einen Handy-Laden geht, der findet dort mindestens drei grosse Gestelle mit allen möglichen Covers für alle möglichen Mobiltelefone - wobei auffällt, dass die Hälfte das Angebots für das iPhone von Apple ist.

Wozu dienen diese Accessoires? Zuerst einmal: Um das Gerät zu schützen, falls es mal zu Boden fällt. Aber dies ist natürlich niemals der wahre Grund, um sich eine Handy-Hülle zu kaufen. Es geht um viel mehr, denn die meisten Covers sind ja gar nicht zum Schutz da, sondern mehr zur Dekoration.

Es geht um Individualität und darum, sein Mobiltelefon, das ja ein gleichförmiger Industrieartikel ist, mit etwas Persönlichkeit auszustatten. Das kann nötig sein, etwa wenn in einem Haushalt mehrere iPhones herumliegen - dort macht eine eigene Hülle schon mal einen wichtigen Unterschied. Es geht aber vor allem darum, mit der Hülle etwas über sich zu erzählen.

Die Hässlichkeit überwiegt

Ein Tussi, das gerne kurze Röckli und hohe Absätze trägt, wird ihren Glamour-Lifestyle mit einem pinkfarbenen Chanel-Handy-Cover oder einem glitzernden Modell von Swarovski unterstreichen wollen. Der naturverbundene Wandersmann entscheidet sich für Filz oder kernig genarbtes Naturleder, der topseriöse Businessmann wählt ein glänzendes Nappa mit einer Logo-Prägung oder die elegante Society-Lady ein mit Ihren Initialen graviertes Lackmodell. Das Handycover ist heute so individuell wie ein paar Schuhe.

Aber: Es gibt leider mehr hässliche Covers als schöne. Die aus Leder sind oft zu ernsthaft und bemüht, die aus Silikon fühlen sich scheusslich an, und die lustigen Plastik-Covers sind eigentlich nichts als Design-Nonsens, die das Gerät hässlicher machen. Ausserdem sind die Dinger oft Schmutz- und Staubfänger, die schnell unappetitlich aussehen. Fürchterlich sind auch die extradicken Covers, die ein Extra-Batterie-Paket drin haben - doch sind diese dann wenigstens nützlich.

Wer eine Extraportion Geld ausgeben will: Es gibt Modelle mit Swarovski-Steinchen ab 250 Franken; solche aus Schlangen- und Krokoleder, und natürlich gibt es iPhone-Covers von Prada, Hermès oder Louis Vuitton, sie kosten zwischen 250 und 350 Franken. Und wer noch mehr ausgeben will, kann sich natürlich auch eines auf Mass machen und mit eigenen Initialen gravieren lassen.

Jeroen van Rooijen