Hausschuhe - stilvoll wohlfühlen im trauten Heim

Jetzt ist die Jahreszeit, in dem der Mensch wahrscheinlich am meisten Zeit drinnen verbringt. Aber: Braucht man zu Hause auch Schuhe, also Hausschuhe, oder auf Schweizerdeutsch: Finken?

Hübsch und warm: putzige, gefilzte Hausschuhe für Damen
Bildlegende: Hübsch und warm: putzige, gefilzte Hausschuhe für Damen

Zuhause will man doch etwas anderes an den Füssen haben als man den ganzen Tag schon trägt. Man möchte - wenn man keine Bodenheizung hat - auch nicht an die Zehen frieren, also müssen Finken bzw. Hausschuhe her. Auf den Socken herumlaufen wirkt irgendwie unvollständig, ausserdem macht man die Socken kaputt.

Die einfachste Lösung sind so genannte Home-Socken mit rutschfest gummierten Sohlen. Jedoch: Das ist für Mädchen und junge Frauen okay, aber für Erwachsene irgendwie schon ein bisschen kindlich.

Da sind Hüttenfinken schon besser: Das sind grob gestrickte Socken mit einer angenähten Ledersohle. Sie passen gut zum Chalet und Chemineefeuer - in einer einfachen Mehrfamilienhaussiedlung sehen sie aber etwas fremd aus.

Und Plastik-Flipflops kann man zu Hause nur tragen, wenn man dann auch die Tiefkühlpizza direkt aus der Schachtel isst oder vollsynthetische Unterhosen zum Schlafen anzieht. Sie sind fast so schlimm wie die plüschigen Monster-Füsse mit Krallen und Augen, die man in Souvenir-Shops und Flughafen-Boutiquen kaufen kann.

Es müssen aber nicht unbedingt die geckenhaften Traditionsmodelle aus England sein, also mit Wappen oder Monogramm bestickte Samt-Slippers. Sie sind sicher charmant, aber ein bisschen wichtigtuerisch. Es gibt diskretere, bequemere Dinge.

Empfehlenswert sind etwa wildlederne Finken mit butterweichem Cashmere-Futter. Preiswert und kleidsam sind auch die einfachen, weichen Lammfell-Mokassins, die man im Lederfachhandel bekommt. Damit hat man eine echte Fussheizung!

Ansonsten kann man für den Hausgebrauch auch die klassischen Mokassins mit Gumminoppen auf der Sohle empfehlen, wie sie Car Shoe oder Tod's herstellt.. Für die Strasse sind diese feinen Dinger ja ehr fast zu schade.

Wenn Gäste kommen, sollte man es aber dem Besuch überlassen, ob er die Schuhe anlassen will. Elegante Menschen bitten ihre Gäste niemals, die Schuhe auszuziehen, ausser es ist tiefster Winter und draussen liegt zentimeterweise Schneematsch. Ausnahme: man schenkt jedem ein Paar Cashmere-Pantoffeln. Oder zumindest so währschafte Wollfilz-Finken, wie man sie in der Landi kaufen kann.

Jeroen van Rooijen