Kids mit Style

Dieser Tage kam ein neuer Jahrgang von Kindern in den Kindergarten, bzw. in die Schule. Damit stell sich die Frage: Wie zieht man die Kids an? Und wie sehr will man das soziale Wettrüsten mit Marken und Mode für die Kleinen mitmachen?

Kinder möchten gern wie Erwachsene angezogen sein - und wir finden sie süss, wenn sie aussehen wie Miniaturausgaben unserer selbst.
Bildlegende: Kinder möchten gern wie Erwachsene angezogen sein - und wir finden sie süss, wenn sie aussehen wie Miniaturausgaben unserer selbst.

Die meisten Kinder haben, zumindest bis sie pubertieren, erst einmal ihre Eltern als Mode-Vorbild. Während der ersten zwölf Lebensjahre sind Mama und Papa erste Referenz in Sachen Stil und Styling. Während die Kleinen sich selbstbewusst wie die Erwachsenen stylen, sehen die Eltern ihre Sprösslinge gerne als kleine Kopie ihrer selbst.

Irgendwann wollen sie aber bekanntlich genau das Gegenteil der Eltern sein: Wer sein Kind in schicke Markenkleider gesteckt hat, wird vielleicht plötzlich sehen müssen, dass sich der Teenager eines Tages am liebsten alte Jeans und ein zerschlissenes T-Shirt anzieht.

Und dafür werden Eltern, die Markenmode doof finden und dafür kein Geld auszugeben bereit waren sehen, wie ihre Kids zu kleinen Fashion Victims werden, die Luxuslabels wollen - und dieser Markt wächst überproportional, obwohl die Menschen in unseren Kulturkreisen tendenziell immer weniger Kinder haben.

Je weniger Kinder, desto teurer deren Kleidung

Neueste Zahlen aus Deutschland zeigen: Das gesamte Marktvolumen wächst nicht mehr und die Preise sinken tendenziell, weil es sehr viele Discount-Anbieter gibt. Dennoch gelingt es gerade der teureren Marken-Kinderkleidung, noch Boden gutzumachen, weil die Eltern die wenigen Kinder, die man heute noch hat, so richtig verwöhnen wollen.

Und Kinder haben heute, durch Medien aber auch durch ihr Umfeld, sehr früh eine modische Meinung. Sie wollen genauso smart und modisch aussehen wie ihre Eltern oder Freunde. Modemarken sind heute nun einmal für viele der wichtigste Stoff, aus dem das kleine Einmaleins der sozialen Hierarchien gemacht ist.

Erwachsenenmode im Bonsaiformat

Die Markenkollektionen für Kids übernehmen meistens die Entwürfe aus der aktuellen Laufstegkollektion des Designers und adaptieren die Ideen für Kids. Darin steckt aber auch viel kreative Eigenleistung dieser Lizenzpartner. Die Luxuslabels sind aber nur ein kleiner Teil des Angebots - ihr Anteil beträgt gerade fünf Prozent.

Der Mittelmarkt mit Hosen um 20 bis 35 Franken und Jacken von 45 bis 75 Franken ist riesig. C&A ist der Gigant, dann folgt H&M, natürlich sind hierzulande auch Migros und Vögele wichtig, doch macht auch Zara viel Boden gut.

Auch der versandhandel kommt zum Zug, zum Beispiel der deutsche BilliganbiVter Bonprix, eine Tochter der Otto-Gruppe. Und so manches wird auch bei Tchibo verkauft, wo es längst nicht mehr nur Kaffee gibt. In zunehmendem Masse gewinnt auch Online-Shopping an Bedeutung, nicht zuletzt darum, weil Mütter bequem von zu Hause aus einkaufen können, ohne die Kids in die Stadt zerren zu müssen.

Auch nachhaltig produzierte Mode ist - so wie bei den Erwachsenen auch - ein Trendthema, aber noch auf sehr niedrigem Niveau. Doch werden solche Konzepte in Zukunft sicher Marktanteile gewinnen.

Kindermode im Web

Wer sich über Trends und News aus der Welt der Kindermode informieren will, dem sei eine Reihe toller Kindermodeblogs empfohlen, die meist von passionierten, stilsicheren Müttern gemacht werden, etwa «The Junior» aus Norwegen, «Planet Awesome Kids» aus New York, «Line & Liv» aus Berlin oder «Little Circus» aus Brüssel.

Ausserdem sind Magazine wie «Milk» aus Paris oder «Kid's Wear» aus Köln richtig gut gemachte Formate mit viel Stil, Witz und Charme. (jvr.)

Autor/in: Jeroen van Rooijen