Licht ins Dunkel bringen - mit Stil

Jetzt, wo die Tage schon spürbar kürzer werden, kommt der mitteleuropäische Sommer so richtig in Fahrt. Perfekte Gelegenheit, um die Abende im Garten auszukosten. Also brauchen wir Lampen und Leuchten.

Eine fast vergessene Möglichkeit, sich am immer dunkler werdenden Abend im Garten ein bisschen Licht zu verschaffen: Die gute, alte Öllampe.
Bildlegende: Eine fast vergessene Möglichkeit, sich am immer dunkler werdenden Abend im Garten ein bisschen Licht zu verschaffen: Die gute, alte Öllampe.

Jeden Tag wird es ein bisschen früher dunkel - zwei Minuten pro Tag. In Zürich geht die Sonne derzeit kurz vor halb neun unter, in einer Woche wird's also schon um viertel nach acht dunkel. Zum Vergleich: Anfang Juli hatten wir noch Sonne bis fast um halb zehn Uhr.

Wer trotz der früher eintretenden Dunkelheit die Abende draussen auskosten möchte, der macht also ein Feuer! Denn am Feuer wird der Mensch ruhig und entspannt. Ausserdem ist das warme Licht von Feuer kosmetisch sehr vorteilhaft: ums Feuer sitzend sehen alle Menschen gut und gesund aus. Wer keine Feuerstelle hat, aber zumindest einen kleinen Garten oder Sitzplatz draussen, der kann sich auch mit den guten alten Partykrachern namens Schwedenfackel oder Finnenkerze behelfen.

Besser richtiges Feuer nehmen...

Fackeln sind auch super: Eine Art archaischer Partyschmuck, der an Pfadilager denken lässt. Wer nicht diese tropfenden Wachsdinger verwenden mag, der kann sich auch die nachfüllbaren Versionen zulegen, die man in die Erde oder in einen Blumentopf steckt.

Wem kein offenes Feuer oder eine eigene Feuerstelle vergönnt ist, der muss zu Kerzen und Windlichtern greifen. Auch Kerzen erzeugen, auf kleinerem Niveau wie ein Feuer, ein schönes und beruhigendes Licht. Und sie sind auch auf einem Balkon keine Gefahr für Haus und Nachbarn. Allerdings muss man schon mehrere Kerzen zugleich anzünden. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Balkon sind zwei Teelichter oder Kerzen aufzustellen. Am schönsten sieht das aus, wenn man ganz viele kleine Windlichter aufstellt. Sie müssen auch nicht alle von derselben Sorte sein.

...als eine Feuer-Simulation

Tischlichter, die Kerzenlicht simulieren, also mit Batterien betrieben werden, sind allerdings ein totales No-go. Sie sind wie Frischbackpizza oder Cybersex, wie Fummeln mit Gummihandschuhen oder Autofahren im Simulator - unsexy und halbherzig.

Natürliches Licht, insbesondere Feuer, kann eben auch in Zeiten, in denen die Menschen zum Mars fliegen, noch nicht simuliert werden! Auch diese praktischen Solarlämpchen, die sich tagsüber aufladen, um dann abends zu strahlen, sind in der Regel stillos. Sie sind meist so geformt, dass einen die Form schon abschreckt - wie willentlich herbeigeführte Design-Unfälle, oder schlimmer: wie gefährliche Waffen. Und das Licht, das sie abgeben, wirkt eigentlich schon von Anfang an so, als seien diese Lämpchen defekt oder schon altersschwach.

Alternativen zu Fackeln und Elektronik

Elektrisches Licht aus der Steckdose ist allerdings auch kein gutes atmosphärisches Licht, um Stimmungen zu erzeugen. Eine Ausnahme sind indirekte Lichtquellen, die im Boden oder entlang den Mauern eingelassen sind und den Weg weisen. Was auch okay ist: Lampen und Strahler, die hinter Pflanzen versteckt sind. Das gibt dramatische Silhouetten.

Eine gute, aber fast vergessene Möglichkeit, sich am immer dunkler werdenden Abend im Garten ein bisschen Licht zu verschaffen, ist allerdings die gute alte Öllampe! Solche Schiffslampen, aus Kupfer oder Edelstahl, die in den siebziger Jahren ein absolutes Must waren, sind auch heute noch zuverlässige, sichere und dauerhafte Stimmungsmacher an lauen Sommerabenden. Wer die klassischen Modelle zu barock findet, kauft sich eine moderne Interpretation mit kreisrundem Lichtring um den Brenner. Das hat eine hypnotische Wirkung. Ausserdem kann man Öl mit Citrusduft einfüllen, was gleich noch die Insekten vertreibt.

Redaktion: Jeroen van Rooijen