Mach mal Pause: Selbermachen statt shoppen

SRF 3 Stilsheriff Jeroen van Rooijen tritt sonst gerne für modischen Schliff und die neuesten Trends ein doch diese Woche rät er uns allen Ernstes, weniger shoppen zu gehen und das Styling zum Nulltarif selber in die Hand zu nehmen.

Nadel und Faden statt Kreditkarte
Bildlegende: Nadel und Faden statt Kreditkarte Colourbox

Tipp Nr. 1

Shoppen soll man antizyklisch, also nicht zu den Stosszeiten, dann ist es weniger stressig. Der Dienstagmittag ist besser als der Samstagmorgen.

Tipp Nr. 2

Was brauche ich wirklich? Erst einmal kritisch in den Kleiderschrank schauen, bevor man shoppen geht. Meistens erübrigt es sich dann nämlich. Die meisten von uns haben bereits so viele Klamotten, wie man früher für eine ganze vierköpfige Familie hatte, viel zu viel. Alleine mit dem Wiederentdecken des eigenen Fundus kann man so manchen modischen Heisshunger stillen, ohne Neues einzukaufen.

Tipp Nr. 3

Weg mit dem Zeug aber profitabel! Beim Aussortieren bzw. Garderobenwechsel merkt man schnell, was man die letzten Monate wirklich getragen hat und was man halt so hat, aber nicht braucht. Also: Alles, was weg kann, schön auslegen, fotografieren und ins Internet stellen, zum Beispiel auf Ricardo oder Ebay. Wenn man es gut macht, bekommt man ein gutes Budget für Neuanschaffungen zusammen. Gerade Markenklamotten sind im Internet sehr gesucht.

Tipp Nr. 4

Do-it-yourself! In der Welt von H&M und Zara, in der alle überall sowieso das gleiche anhaben, kann man sich nur noch durch eigene Ideen unterscheiden. Selbermachen ist cooler und individueller als ab Stange. Ausserdem ist es befriedigend, selber etwas mit den Händen herzustellen, statt es einfach nur zu kaufen

Tipp Nr. 5

Man greife zur Schere. Trendy sind etwa Jacken ganz ohne Ärmel die schneidet man also einfach ab. In Mode sind auch 3/4-Ärmel die kann man leicht selber machen. Ein nicht mehr ganz modernes Kleidungsstück sieht oft auch schnell viel frischer aus, wenn man den Kragen abschneidet. Und Hosen kann man ja sowieso immer kürzen.

Tipp Nr. 6

Das kollektive Wissen nutzen! Wer nicht weiss, wie es geht, kann sich das Internet zu Nutze machen, wo es tonnenweise gute, schlaue und nachvollziehbare Tutorials fürs Selbermachen gibt, wo alles Schritt für Schritt erklärt wird. Zwei der coolsten Youtube-Clips zeigen etwa, wie man aus einem Herrenhemd ein sommerliches Frauenkleid macht oder wie aus einem alten T-Shirt eine coole Umhängetasche entsteht.

Tipp Nr. 7

Altes neu verstricken. Nicht mit Wolle, aber mit rezyklierten Baumwollstreifen, die man aus alten T-Shirts schneidet. Auch dazu gibt es im Internet jede Menge Bastelanleitungen, die verblüffend sind.

Tipp Nr. 8

Neue Quellen erschliessen. Recycling ist ein modisches Riesenthema, nicht erst seit den Gebrüdern Freitag mit ihren Lastwagen-Taschen oder seit Martin Margiela, der das Wiederverwerten von textilen Rohstoffen zu seinem Markenzeichen und zu einer Weltmarke machte. Ein guter Rohstoff-Fundus für Dinge, die man selber abändert oder rezykliert sind das Brockenhaus oder Army-Liquidations-Shops. Gerade die Militärsachen sind ja oft von unverwüstlicher Qualität.

Videos:

So macht man ein Kleid aus einem Hemd

So macht man eine Tasche aus einem T-Shirt

Autor/in: Jeroen van Rooijen