Mann, bist du schön - aber bist du auch normal? (Test)

Wir hatten den metrosexuellen Mann, dann den Retrosexuellen - und jetzt den Kosmetosexuellen. Er ist ein Mann, dessen bester Freund das Badezimmer-Schränkchen ist und der sich inzwischen fast genauso oft und ausgiebig mit Pflege, Sälbeli und Bodystyling beschäftigt wie die grössten Tussis.

Aber: Muss das sein?

 

Was sicher interessanter ist als das Extrem des effeminierten Dandys ist die Tatsache, dass auch der ganz normale Mann heute viel mehr Flair und Bewusstsein für Pflege hat. Allerdings geht diese Entwicklung nicht erdrutschartig, sondern langsam und stetig: In der Schweiz sind die Umsätze im Männerkosmetik-Markt im letzten Jahr (laut der NZZ am Sonntag) um 5,5 Prozent gewachsen, in den letzten zehn Jahren haben sie sich immerhin verdoppelt, und jede fünfte Schönheitsoperation wird inzwischen an Männern gemacht.

Wo aber verläuft die Grenze zwischen einem gesunden, modernen Körperbewusstsein und dem Exzess? Für die meisten Männer dürften ein Deo, ein Eau de Cologne, Hautcrème und Haargel selbstverständlich sein. Ein bisschen spezieller wirds bei pflegenden Masken oder Zahnbleaching-Schienen oder Wachsstreifen zur Haarentfernung und Bauchstraffungs-Gels - letztere sind nicht viel mehr als ein wirkungsloser Kosmetik-Gag.

Generell gilt: Ein Mann sollte auch heute noch ein Mann sein. Es erwartet keiner, dass ein Kerl mit Lippenstift und Nagellack auf die Strasse geht. Eine gute Kosmetik hilft dem Mann, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Es geht um Haut- und Körperpflege, und nicht um Dekoration und Schminke. (jvr)

Der Schnell-Test: Normal oder abnormal?

 

 

Autor/in: Jeroen van Rooijen