Phänomen Parka

Diesen Herbst gibt es kein Entrinnen, man kann ihn nicht übersehen: Der Parka ist der Mantel der Saison. Eine kleine Stilkunde zu dem olivgrünen Evergreen.

Sie waren die ersten Parkaträger: die Inuits. Da gönnt sich Jäger Meeka gleich ein Stück Seehundfleisch.
Bildlegende: Sie waren die ersten Parkaträger: die Inuits. Da gönnt sich Jäger Meeka gleich ein Stück Seehundfleisch. key

Ein Parka ist ein relativ weit geschnittener, etwa dreiviertellanger Mantel aus einem festen, wasserabweisenden Baumwollgewebe. Er hat einen Kordelzug in der Taille und weitere Schnüre in den Säumen. Typisch sind grosse Klappentaschen und eine Kapuze. Vom klassischen Mantel unterscheidet sich der Parka durch seine funktionale Optik, von der Jacke durch die Länge und Weite.
 
Das Wort Parka kommt von den Eskimos und bedeutet ursprünglich Pelz. Der Parka hat seine Ursprünge kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Der Klassiker ist der M-51 von 1951 aus der US-Armee. Man brauchte ihn im Koreakrieg, als im sehr kalten Winter Jacken gebraucht wurden, die man über alles drüber anziehen konnte.

The Who der Parka
In  den Sixties entdeckten die englischen Mods mit ihren Vespas den Parka als idealen Mantel, um auf dem Roller ihre feinen Anzüge vor dem Regen zu schützen. Der Parka wurde zum Symbol dieser Jugendbewegung und erreichte Kultstatus, als The Who ihn 1973 auf dem Cover des Albums Quadrophenia trugen.
 
Seither ist der Parka nie mehr aus der Mode gekommen. Fast jede Generation hat ihn wieder neu interpretiert, ob es nun die Punks waren, die Popper, die Grunge-Bewegung, die Brit-Popper, die Hiphopper, die Emos  oder jetzt die Hipster. Jede Bewegung hat den Parka auf ihre Weise getragen.
 
Parka mit Stilbruch
Der modische Parka von 2013 hat gegenüber dem Klassiker noch ein paar Extras wie sichtbare Reissverschlüsse, aufgesetzte Taschen und wattierte Innenfutter. Es ist also ein Parka mit Mehrwert, der ausserdem oft deutlich kürzer ist als früher, und auch ein bisschen schmaler geschnitten.

Man trägt den Parka heute fast immer mittels eines gewollten Stilbruchs, also: mit schmalen Jeans und hohen Schuhen, mit kurzem Rock und rockigen Stiefeln oder auch über ein zartes, romantisches Kleid. Dazu kommt meistens eine exklusive Handtasche. Herren tragen den Parka zu schmalen Hipster-Jeans, zu dem ein Jeanshemd und ein Sweatshirt kombiniert werden.

Autor/in: Jeroen van Rooijen