Vollgepackt mit Mode - die grössten Catwalks der Welt

Derzeit finden in New York, London Mailand und Paris die internationalen Designer-Modeschauen statt, und für DRS 3 mit von der Partie am Laufsteg ist Stilfachmann Jeroen van Rooijen.

Bildlegende: Keystone

Es sind gesamthaft fast sechs vollgepackte Tage mit Modenschauen, die auf die Besucher der Mailänder Modewoche warten. Es beginnt am Donnerstagabend mit Prada, traditionell eine der wichtigsten und prestigeträchtigsten Schauen, geht am nächsten Morgen weiter mit Etro, Armani oder Versace, am Samstag sind Bottega Veneta, Jil Sander oder Pucci die Top-Acts und am Sonntag Marni, Dolce & Gabbana oder Missoni.

Dummerweise finden all diese Schauen aber nicht alle bequem an einem Ort statt, sondern kreuz und quer in der ganzen Stadt verteilt. Wer weiss, wie zäh der Verkehr in Mailand bzw. wie schlecht der öffentliche Verkehr dort ist, der ahnt, was das bedeutet: Viel Stress. Da nützt auch eine schicke schwarze Limousine mit Chauffeur nichts, denn auch diese Karossen stehen oft stundenlang im Stau.

Die Modenschauen sind auch im Zeitalter von Internet und Live-Streams nicht immer sehr gut gesucht. Weil es sich dabei um viel mehr als die Mode dreht: Es ist eine Art soziales Theater dieser Branche, bei dem es um Sitzplätze und Rangordnungen geht und wenn eine Schau sehr gut ist, inklusive Models und Musik und Ambiente, dann ist sie noch immer unersetzlich.

Das Publikum von Modenschauen besteht heute zur einen Hälfte aus Einkäufern von Boutiquen und grossen Ketten, zur anderen Hälfte aus Medien, sprich: Fernsehteams, Reporter, Modejournalisten und Stylisten, die sich informieren wollen, was sich der Designer wieder ausgedacht hat. Der hofft, dass alles rund läuft und viele Besucher kommen, denn eine Modenschau gilt dann als hip und wichtig, wenn ungefähr doppelt so viele Leute rein wollen, als wirklich Platz haben. Vor der Show gibt‘s oft Krach um Sitzplätze, die schon besetzt sind. Da gibt‘s manchmal fast handgreifliche Szenen.

Modeschauen sind aus Prinzip mindestens eine halbe Stunde verspätet. Ist es dann endlich so weit, gibt‘s zuerst laute Musik, dann ein hektisches über den Laufsteg hetzen, und nach sieben bis zehn Minuten ist alles vorbei. Die Models kommen noch einmal alle auf die Bühne, es wird geklatscht, dann kommt der Designer zum winken, es wird nochmals lauter geklatscht, und dann hetzen alle raus, um nicht viel zu spät beim nächsten Termin zu sein.

Ab und zu stolpert auch mal ein Modell oder gibt‘s einen kleinen Tumult, weil Pelzgegner die Bühne stürmen wollen. Seltener gibt‘s technische Pannen, aber es fielen auch schon Scheinwerfer herunter und trafen die wichtigen Modekritiker in der ersten Reihe, die dann mit Platzwunden ins Spital mussten. Und in New York ist diese Saison doch tatsächlich eine sehr alte Zuschauerin in der ersten Reihe gestorben - das war eine neue Dimension des Dramas.