Fleet Management

Ein neues System soll Fahrerinnen und Fahrer einer Flotte motivieren, möglichst ökologisch unterwegs zu sein. Die Fahrzeugdaten werden dabei direkt an einen Server geschickt und ausgewertet. Doch sie sind nicht nur für die Fahrer selbst einsehbar.

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Fleet Management

2:06 min, vom 2.5.2017

Die Kyburz Switzerland AG entwickelt in der Schweiz ein System, bei dem in sämtlichen Fahrzeugen einer Flotte – LKWs oder Geschäftsautos von Vertretern und Firmenangestellten – das Fahrverhalten aufgezeichnet werden kann. Ob Geschwindigkeit, Benzinverbrauch, Beschleunigung und vielem mehr, ein kleines Gerät liest die Daten direkt vom Fahrzeug aus und übermittelt sie an einen Server. Gleichzeitig zeichnet das integrierte GPS den aktuellen Ort und die Fahrt auf.

Mittels einer App oder via Browser können die Fahrerinnen und Fahrer – aber auch die Vorgesetzten – ihr Fahrprofil einsehen. Der «Eco-Score» zeigt, wie ökologisch sie unterwegs sind; 100 Punkte = sehr ökologisch. Starkes Beschleunigen oder starkes Bremsen, Überschreiten der Geschwindigkeit oder hohe Umdrehungszahlen beispielsweise geben Abzug.

Selbstkontrolle oder Überwachung?

Laut Hanspeter Wepfer, Senior Projektmanager bei Kyburz, soll das zu einem Wettbewerb zu ökologischem Fahren führen. Die Fahrerinnen und Fahrer sehen ihre Position in einer Rangliste aller Beteiligten – dies anonym. In Zukunft soll die App den Fahrerinnen und Fahrern auch Vorschläge machen, wie sie ihr Fahrverhalten verbessern können.

Für die Firmen liegt die Motivation auf der Hand: Nachhaltigkeit und Treibstoffreduktion. Doch unweigerlich stellt sich die Frage nach Überwachung durch Vorgesetzte. Wepfer meint: «Natürlich ist durch das System eine Kontrolle auch durch den Chef möglich. Unsere Philosophie ist aber, das System aus ökologischer Motivation zu nutzen». Weiter gäbe es die Option einen Schalter zu verbauen, der das System ausser Betrieb setzt, wenn es beispielsweise um private Fahrten geht.