Sicheres Fahren auf Schnee und Glatteis – 10 Tipps

Winterzeit ist Unfallzeit. Seit Beginn des Jahres haben sich auf Schweizer Strassen bereits etliche Unfälle ereignet. Die meisten davon wegen Glatteis oder Schnee. 10 Tipps wie man auch unter widrigen Umständen sicher ans Ziel kommt.

Verschneite Autobahn mit Kolonne. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sturmtief Egon hat die Strassen fest im Griff. Keystone

1. Geschwindigkeit anpassen

Als Faustformel kann gelten: Wo bei normalen Strassenverhältnissen 100 km/h erlaubt sind, soll die Geschwindigkeit bei Schnee bedeckter Fahrbahn halbiert werden, damit der Bremsweg unverändert bleibt. Bei Eis soll die Geschwindigkeit um 70 Prozent reduziert werden.

2. Gefühlvoll Gas geben

Unter Umständen im zweiten Gang mit wenig Gas anfahren und sanft einkuppeln. Das Durchdrehen der Räder vermeiden. Vorzugsweise in hohen Gängen, nicht zu schnell fahren.

3. Sanft lenken

Auf glatter Fahrbahn reagiert das Fahrzeug nur langsam auf Lenkbefehle. Ruckartige Bewegungen verursachen einen Haftverlust und enden in einer Rutschpartie. In Kurven sollte jeder Schaltvorgang, jede Änderung der Geschwindigkeit und jede Lenkradbewegung unterlassen werden.

4. Mit Gefühl bremsen

Auch das ABS schützt vor blockierten Rädern nicht. Beim Einsetzen des Antiblockiersystems treten nämlich solche Blockier-Phasen kurzzeitig auf. Blockierte Räder lenken nicht. Probebremsungen geben Aufschluss über die Haftverhältnisse.

5. Bei einer Rutschpartie, kühlen Kopf bewahren

Wenn das Fahrzeug an den Vorderrädern Haftung verliert, beim Frontantrieb sofort Kupplung drücken, beim Heck- und Allradantrieb Gas wegnehmen. Gewünschte Fahrtrichtung ins Auge fassen und dorthin lenken. Gerät das Fahrzeug ins Schleudern, frühes und schnelles Gegenlenken – und zwar mindestens eine ganze Lenkradumdrehung! Entsprechend der Fahrzeugreaktion wieder in die Neutralstellung lenken. Sollte das Fahrzeug trotzdem in eine Volldrehung geraten, hart auf die Bremsen, auskuppeln und warten bis das Fahrzeug steht.

6. Abstand halten

Da der Bremsweg auf Schnee und Eis zwischen 4 und 16 mal länger ist, sollte der Abstand zum vorderen Fahrzeug doppelt bis viermal so gross sein wie bei normalen Strassenverhältnissen.

7. Hauptstrassen wählen

Auf viel befahrenen Strassen ist im Gegensatz zu Quartierstrassen und Schleichwegen der Winterdienst schon früh morgens unterwegs. Die Räumung und die Salzstreuung ist gewährleistet.

8. Auf die Kleidung achten

Schuhe abklopfen! Schnee und Eis an den Schuhen machen die Pedale rutschig. Die dicke Daunenjacke auch im kalten Auto am besten ausziehen, da sie den Wirkungsgrad des Sicherheitsgurtes beeinträchtigt.

9. Fahrzeug von Schnee und Eis befreien

Nicht nur riskieren sogenannte Iglufahrer ein hohes Bussgeld, sie gefährden sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Das vollständige Freischaufeln und vom Eis Freikratzen ist ein rechtliches und sicherheitstechnisches Muss.

10. Früher starten

Im Winter braucht es nun mal mehr Zeit, um mit dem Fahrzeug von A nach B zu gelangen. Wer trotzdem nicht auf den öffentlichen Verkehr umsteigen will, muss von Anfang an mehr Zeit für seine Reise einberechnen.

Quellen: wetter.de, drivingcenter.ch