Claus-Peter Reisch, Seenotretter auf dem Mittelmeer

Flüchtlinge aus Seenot zu retten – ist das eine humanitäre Verpflichtung oder ein Gesetzesverstoss? Der Fall der jungen deutschen Kapitänin Carola Rackete hat diese Woche zu reden gegeben. Vor einem Jahr hat er die gleiche Situation erlebt: Kapitän Claus-Peter Reisch, unser Gast im «Tagesgespräch».

Claus-Peter Reisch, Seenotretter auf dem Mittelmeer und Kapitän des Flüchtlingsboots «Mission Lifeline».
Bildlegende: Claus-Peter Reisch, Seenotretter auf dem Mittelmeer und Kapitän des Flüchtlingsboots «Mission Lifeline». SRF

Heldin oder Kriminelle? An Carola Rackete scheiden sich die Geister, seit die junge Deutsche mit ihrem Boot und 40 Flüchtlingen an Bord unerlaubt im Hafen von Lampedusa eingelaufen ist. Vorläufig wurde die Kapitänin auf freien Fuss gesetzt, aber ihr droht noch ein weiterer Prozess.

Vor genau einem Jahr war Claus-Peter Reisch in der selben Situation wie Rackete: Als Kapitän des Flüchtlingsboots «Mission Lifeline» musste er mit über 200 Menschen an Bord tagelang auf See ausharren, bis er in Malta in den Hafen einlaufen konnte und dort angeklagt wurde.

Handeln die Hilfsorganisationen und ihre Retter auf dem Mittelmeer moralisch richtig oder fördern sie mit ihren Aktionen die gefährliche Flucht gar noch und sind letztlich Handlanger der Schlepperbanden? Der 58jährige Claus-Peter Reisch war erfolgreicher Unternehmer in Bayern, ehe er auf einem Segeltörn in Griechenland mit dem Flüchtlingselend konfrontiert wurde und sich zu einer Laufbahn als Retter entschloss. Marc Lehmann hat ihn in Bern zum Gespräch getroffen.

Moderation: Marc Lehmann