Eduard Gnesa, Sonderbotschafter für int. Migrationszusammenarbeit

  • Freitag, 9. Januar 2015, 13:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 9. Januar 2015, 13:00 Uhr, Radio SRF 1 und Radio SRF 4 News
  • Wiederholung:
    • Freitag, 9. Januar 2015, 20:33 Uhr, Radio SRF 4 News

Nie seit dem Zweiten Weltkrieg gab es so viele Flüchtlinge wie heute. Besonders dramatisch ist die Lage in Syrien und den Nachbarländern. Wie ist der Katastrophe zu begegnen, was kann die Schweiz tun? Eduard Gnesa ist Sonderbotschafter für int. Migrationszusammenarbeit und Gast von Marc Lehmann.

Eduard Gnesa, Sonderbotschafter für internationale Migrationszusammenarbeit.
Bildlegende: Eduard Gnesa, Sonderbotschafter für internationale Migrationszusammenarbeit. ZVG.

Über 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Allein aus Syrien kommen Hunderttausende. Ihr Leiden ist unermesslich: In den Flüchtlingslagern herrschen katastrophale Zustände, und jeden Tag sterben Menschen beim Versuch, das sichere Europa zu erreichen. Es fehlen die Rezepte, um den Notleidenden zu helfen. Der UNO geht das Geld aus, die EU findet keine gemeinsame Strategie, und in der Schweiz wird über Aufnahmebedingungen und Kontingente gestritten.


Eduard Gnesa hat langjährige Erfahrung in der Flüchtlingspolitik. Heute ist er Sonderbotschafter für internationale Migrations-Zusammenarbeit und erklärt im Tagesgespräch, was die Schweiz in dieser Notsituation tun kann. Eduard Gnesa verweist darauf, dass die Direktion für Entwicklungshilfe zurzeit dabei ist, zusammen mit der UNHCR abzuklären, wie die Schweiz helfen kann, den Winter in den Flüchtlingslagern rund um Syrien zu bewältigen. Die Schweiz sei grundsätzlich auch bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, sagt Gnesa. Allerdings müsse das gemeinsam mit der EU erfolgen. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass die Schweiz und Schweden, gemesssen an der Bevölkerung, bereits viele Flüchtlinge aufgenommen haben. Die Forderung der Grünen Partei, 100'000 zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen, bezeichnet Gnesa als «unrealistisch».

Moderation: Marc Lehmann