Post-Präsident Béglé: «Konzernleitung muss Strategie mittragen»

  • Dienstag, 15. Dezember 2009, 13:00 Uhr
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    • Dienstag, 15. Dezember 2009, 13:00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News
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    • Dienstag, 15. Dezember 2009, 20:34 Uhr, DRS 4 News
    • Mittwoch, 16. Dezember 2009, 0:35 Uhr, DRS 4 News
    • Mittwoch, 16. Dezember 2009, 4:33 Uhr, DRS 4 News

Nach nur knapp neun Monaten muss Konzernchef Michel Kunz seinen Sessel räumen.

Auf diesem sitzt neu Postfinance-Chef Jürg Bucher. Im Tagesgespräch von Schweizer Radio DRS erklärte Verwaltungsratspräsident Claude Béglé klar, dass es zwischen Kunz und dem Verwaltungsrat vor allem Probleme bei der Umsetzung einer gemeinsamen Vision für die Post gegeben habe.

Neue Führungsstruktur

Die Post habe eine neue Führungsstruktur. Es brauche gleichzeitig eine starke Konzernleitung und einen starken Verwaltungsrat. Dieser soll künftig die Strategie vorgeben, die dann vom Konzernchef im operativen Geschäft konkretisiert werde.

«Es gibt ein Problem, wenn sich der Konzernleiter nicht mit der Strategie einverstanden erklären kann», erklärte Béglé weiter.

Briefkasten-Gebühr war kein Entlassungsgrund

Die Idee von Kunz, dass pro Briefkasten eine Gebühr erhoben werden soll, sei «gefährlich» gewesen. Die Menschen würden das nicht einfach so hinnehmen und eine neue Gebühr bezahlen. Mit solchen Themen müsse man sehr vorsichtig umgehen, sagte Béglé weiter. Kunz habe nicht mit dem Verwaltungsrat über diese Idee gesprochen. Das sei aber nicht der Grund für die Entlassung gewesen.

Rentabilität der Briefpost sinkt

Die herkömmliche Grundversorgung mit (Papier-)Post werde weiterhin Pflicht der Post sein. Die Bevölkerung würde nicht verstehen, wenn diese Aufgaben nicht perfekt erledigt würden. Die kritische Masse der herkömmlichen Post sei aber nicht mehr vorhanden und die Rentabilität gehe rasch nach unten.

Nun gehe es darum neue Geschäftsfelder und neue Wachstumsfelder zu finden. Diese Quellen sieht Béglé vor allem in der Postfinance und bei elektronischen Postangeboten, die weiter ausgebaut werden sollen.

Keine Aussagen zum Thema Stellenabbau

Die Post sei unter Druck, wenn man nicht genügend Wachstumsquellen finde. Laut Béglé wäre auch Kostensenkung, sprich Stellenabbau, eine Alternative. Konkretere Angaben wollte er dazu allerdings nicht machen.

Es sei jedoch die «Pflicht der Post sozial verantwortlich zu handeln». Auf die Frage, ob deswegen schlaflose Nächte habe, antwortete Béglé: «Kann sein».

Autor/in: Susanne Brunner