«Rendez-vous» mit der Welt: Die Zionskirche in Berlin

Das Rendez-vous mit Berlin beginnt auf dem Platz vor der Zionskirche im Stadtteil Berlin Mitte – ein Ort, der immer wieder Geschichte schrieb. Ein Ort des Widerstands. Berlin aus Sicht des Deutschland-Korrespondenten Peter Voegeli.

 Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli vor der Zionskirche in Berlin.
Bildlegende: Deutschland-Korrespondent Peter Voegeli vor der Zionskirche in Berlin. SRF. Peter Voegeli

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Pastor Dietrich Bonhoeffer in der Zionskirche aktiv. Er nahm öffentlich Stellung gegen die Nationalsozialisten und die Juden-Verfolgung, und er engagierte sich im Kirchenkampf gegen die Deutschen Christen, die den Nazis nahestanden. Bonhoeffer wurde 1944 hingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Platz zu Ost-Deutschland gehörte, traf sich die Widerstandsbewegung gegen das DDR-Regime sich in der Zionskirche. In der Kirche war die Umwelt-Bibliothek angesiedelt, Oppositionelle druckten dort Flugblätter. Schlagzeilen machte die Kirche, als am 17. Oktober 1987 die West-Berliner Band Element of Crime und die DDR-Punkband Die Firma in der Kirche ein Konzert gaben. Die Konzertbesucherinnen und -besucher wurden von Skinheads aus der rechten Szene der DDR überfallen – etwas, das es in der antifaschistischen DDR offiziell gar nicht gab. Um die Zionskirche herrschte früher bittere Armut. Aus dem Problembezirk ist heute eine Latte-Macchiato-Zone geworden.

Moderation: Iwan Lieberherr