«Rendez-vous» mit der Welt: Rinkeby, Stockholmer Aussenquartier

Millionenprogramm hiess es und sollte ab 1964 innert zehn Jahren eine Million Wohnungen für Menschen aus der Mittelschicht schaffen. Damit das Bevölkerungswachstum des Wirtschaftswunders aufgefangen werden konnte.

90 Prozent Migrantinnen und Migranten leben in Rinkeby, einem Aussenquartier Stockholms. Bruno Kaufmann besuchte ein Café im Zentrum.
Bildlegende: 90 Prozent Migrantinnen und Migranten leben in Rinkeby, einem Aussenquartier Stockholms. Bruno Kaufmann besuchte ein Café im Zentrum. SRF Bruno Kaufmann

Olof Palme, der 1986 ermordete sozialdemokratische Ministerpräsident, lebte selber in einem solchen Quartier, wollte ein gutes Vorbild sein. Doch der Traum wurde zum Alptraum. Da es in Stockholm vor allem Eigentumswohnungen gibt oder die Wohnungen hohe Mietzinse haben, wanderten in die bezahlbaren Wohnungen der Betonvororte Migrantinnen und Migranten ein. So stieg der Ausländeranteil und statt integriert wurden sie separiert. Seit 2013 gibt es immer wieder Ausschreitungen und die Kriminalität in diesen Aussenbezirken der schwedischen Hauptstadt ist gross.

In Rinkeby zeigen sich exemplarisch auch die Gräben der Gesellschaft der globalisierten Welt; wer zum System gehört, kann profitieren, wer den Anschluss verliert, wird abgehängt. Probleme zwischen Zentrum und Peripherie in der Stadt, aber auch zwischen Stadt und dem umliegenden Land.

Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann führt durch eine Schattenseite Stockholms.

Moderation: Karoline Arn