«Rendez-vous» mit der Welt: Warschaus Kulturpalast

Warschaus Wahrzeichen ist der Kulturpalast. Heute ist er tatsächlich der Kultur gewidmet. Das war nicht immer so, erzählt Osteuropakorrespondentin Sarah Nowotny bei Ivana Pribakovic.

Osteuropa-Korrespondentin Sarah Nowotny beim Kulturpalast in Warschau.
Bildlegende: Osteuropa-Korrespondentin Sarah Nowotny beim Kulturpalast in Warschau. SRF. Sarah Nowotny

Ursprünglich war es ein verhasstes Geschenk der Sowjets: Ein Hochhaus, ein Solitär, erbaut im Stil des Sozialistischen Klassizismus zwischen 1952 und 1955 auf Geheiss Josef Stalins. Für viele Polinnen und Polen war der Kulturpalast ein Symbol totalitärer Unterdrückung. Doch Pläne, den Bau nach der Unabhängigkeit niederzureissen, wurden verworfen. Die Warschauerinnen und Warschauer haben sich mittlerweile mit dem Bauwerk versöhnt. Heute ist es ein wertvolles Kulturdenkmal aus einer vergegangenen Zeit.

Im Kulturpalast gibt es Kinos, Tanzsäle, Debattierclubs, Museen und Theater. Und die Warschauer haben es verstanden, den «Palast» architektonisch ins Stadtbild zu integrieren, indem sie rundherum polnische Moderne haben entstehen lassen, aber auch Altes wiederaufgebaut haben, so dass man rund um den Palast die ganze Geschichte und damit auch die Kultur Polens auf einen Blick überschaut. Das Gebäude ist mit 231 Metern immer noch das höchste im Land.

Moderation: Sarah Nowotny und Ivana Pribakovic