Ärzte lernen von Piloten

Piloten und Chirurgen haben eines gemeinsam: Wenn sie Fehler machen, hat das folgenschwere Auswirkungen. Während im Cockpit längst flache Hierarchien gelten und die Piloten als gleichberechtigte Teamplayer arbeiten, gelten im Operationssaal noch strenge Hierarchiestufen. Das soll sich ändern.

Operationssaal
Bildlegende: Das Klima im Operationssaal soll sich verändern, fordert Chirurg Ralph Läubli. Keystone

Die Ausbildung heute: Chirurgen lernen sehr theoretisch. Bis sie ihren ersten Schnitt an einem richtigen Patienten machen dürfen, vergehen Jahre. Folglich haben sie sehr wenig praktische Erfahrung, was sich vor allem in Notfall- und Stresssituationen negativ auswirkt.

Die Ausbildung der Zukunft: Die jungen Chirurgen sollen viel früher selber Verantwortung übernehmen. Ähnlich wie im Cockpit sollen sie mit den erfahrenen Chirurgen zusammenarbeiten, statt lediglich unterstützen. Es soll ein «Miteinander» werden im Operationssaal, wovon am Schluss die Patienten profitieren.

Ärzte üben im Cockpit

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es einen Kulturwandel im Operationssaal, ist Wirbelsäulenchirurg Ralph Läubli überzeugt. Er beschreitet daher neue Wege und schickt seine jungen Ärzte in einen Flugsimulator. Sie müssen dann unter enormem Zeitdruck und ohne Erfahrung lediglich anhand von Checklisten und der richtigen Kommunikation, ein Flugzeug landen.

Im Anschluss wird die Übung im Operationssaal wiederholt: Auch dort müssen die unerfahrenen Ärzte anhand einer Checkliste eine Operation durchführen, die sie nicht kennen. Sie üben an Leichen, statt an richtigen Patienten.

Diese Erfahrung sei wichtig, ist Ralph Läubli überzeugt. Wie er die Learnings und das kollegiale Klima aus dem Cockpit in den Operationssaal bringen möchte und was das uns Patienten nützt - wir fragen ihn, Ralph Läubli ist Gast im Treffpunkt

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Sabrina Lehmann/Brigitte Wenger