«Bitte umtauschen» heisst es immer seltener

Längst nicht jedes Weihnachtsgeschenk ist ein Glücksgriff. Entsprechend ist die Zeit nach den Feiertagen punkto Retouren und Umtausch für den Detailhandel die intensivste im Jahr. Aber: Die Zahl der Rückgaben sinkt. Warum? Der Treffpunkt blickt hinter die Kulissen.

Angestellte in einem Laden nimmt Waren zum Umtausch entgegen.
Bildlegende: Nach Weihnachten gibt es am meisten Umtausche und Retouren – insgesamt geht die Zahl im Detailhandel aber zurück. Keystone

Die Kundinnen und Kunden in der Schweiz geben nach Weihnachten weniger Waren zurück als in früheren Jahren. Dieses Phänomen erleben praktisch alle grossen Detailhändler der Schweiz, wie sie auf Anfrage bestätigen. Konkrete Zahlen nennen sie nicht, der Trend sei aber deutlich zu spüren, melden etwa Media Markt, Globus oder Coop.

Recherchen im Internet helfen

Kundinnen und Kunden, die unsicher seien, verschenkten immer öfter Gutscheine statt konkrete Gegenstände, lautet einer der Gründe. Zudem informierten sich die Käufer heute schon im Voraus oft im Internet. So kauften sie nicht die Katze im Sack und seien danach seltener enttäuscht. Dazu kommt: Geschenke umtauschen gilt nicht als die feine Art, wie eine Umfrage in einem Einkaufszentrum zeigt.

Viel zu tun für Versandhändler

Anders sieht es aus im Online-Handel. Dort nimmt die Zahl der Retouren nach Weihnachten nicht ab. Beim grössten Schweizer Versandhaus Digitec Galaxus liegt die Rückgabequote aktuell bei rund 2 Prozent – das sind 600 Pakete pro Tag. Nicht alles, was zurückgeschickt wird, kann danach wieder verkauft werden. Textilien in zu schlechtem Zustand landen dann in der Kleidersammlung, technische Geräte bei Hilfsorganisationen in Drittweltländern.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Anna Wepfer / Sandra Witmer