Brauchen die Jungen mehr politische Macht?

Das Parlament ist seit den Wahlen so jung wie nie zuvor. Und doch ist die Altersgruppe der ganz Jungen nach wie vor massiv untervertreten: Nur gerade 7 von 200 Nationalrätinnen und Nationalräten sind jünger als 30 Jahre. Haben die Jungen zu wenig politische Macht? Die Diskussion im «Treffpunkt».

Jungpolitiker Andri Silberschmidt steht vor einer Kamera und wird interviewt.
Bildlegende: Im öffentlichen Fokus: Der 25-jährige Andri Silberschmidt (FDP) ist seit den Wahlen der jüngste Nationalrat der Schweiz. Keystone

«Alter ist nicht das wichtigste Kriterium für politische Reife», sagt Politologin Cloé Jans vom Forschungsinstitut GFS Bern. Dass die Jungen im Parlament hinterherhinken, erklärt sie sich unter anderem damit, dass viele Junge nicht gewählt haben und das Feld den Älteren überliessen. Ausserdem hätten Kandidierende mit langjähriger Erfahrung tendenziell einen Vorteil. «Eine Ochsentour wird in der Regel belohnt», so Jans.

Junge an die Urne!

Für mehr Junge im Parlament brauche es vor allem eines: Mehr Junge an der Urne. Auch mehr politische Bildung in den Schulen könnte laut Jans helfen, die Jungen für Politik zu begeistern.

«Es braucht Mut, den Mund aufzumachen»

Erfahrungen aus erster Hand teilt im «Treffpunkt» der 27-jährige SVP-Nationalrat Mike Egger (SG), der seit Anfang Jahr in Bern politisiert. «Auf Junge wie mich hat in Bern eigentlich niemand gewartet», sagt er. Es brauche Mut, um vor den vielen etablierten Politikerinnen und Politikern den Mund aufzumachen. «Die meisten begegnen einem aber wohlwollend.»

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Anna Wepfer