Chalet: Exportschlager, Heimat, Ferienhäuschen

Ein Chalet weckt Emotionen. Es gilt als typisch und als kitschig, als schweizerisch und als touristisch, als schlicht und als superluxuriös.

Der Treffpunkt ist in einem Chalet, das die allermeisten Klischees erfüllt: Es wird als Weekend- und Ferienhaus genutzt. Seine Besitzer sind Städter. Es wurde aus den Voralpen in den Jura exportiert.

Vor rund zweihundert Jahren fing der Chalet-Boom an. Zuerst wollten Fürsten das romantische Schweizer Holzhäuschen in ihren Gärten haben. Bald wurden die ersten Hotels im In- und Ausland im Chalet-Stil erbaut. Wenig später wurden Chalets industriell hergestellt und in die Welt exportiert.

Bahnhöfe wurden im Chaletstil errichtet, aber auch Arbeitersiedlungen. Reiche Leute leisteten sich ein «echtes» Chalet mit Luxusausstattung. Früher stand es eher im städtischen Villenquartier, heute liegt es in Gstaad oder Sankt Moritz.

Chalet ist aber auch Synonym für Ferienhäuschen. Diese werden meist in der Familie vererbt. So kommt es, dass in den Chalets oft unerwartete Relikte aus der Familiengeschichte überleben. Alte Chalets können Schätze bergen, deren Wert oft erst spätere Generationen erkennen. Der Treffpunkt ruft auf zur Schatzsuche im Ferienhäuschen.

 

Moderation: Joschi Kühne, Redaktion: Anne-Käthi Zweidler