Das kollektive Gedächtnis wird digital

Die Nationalbibliothek dokumentiert und sichert die Geschichte der Schweiz. Sie archiviert nämlich sämtliche Publikationen in der Schweiz. Immer mehr sind diese Publikationen nur noch digital. Fluch und Segen zugleich.

Umfassende Dokumentation: In der Nationalbibliothek in Bern werden Medien archiviert.
Bildlegende: Umfassende Dokumentation: In der Nationalbibliothek in Bern werden Medien archiviert. Keystone

Eine von zehn gesammelten Publikationen der Nationalbibliothek ist digital. Es gab davon nie einen Druck auf Papier (bei schriftlichen Erzeugnissen oder Fotos) oder keine CD oder Schallplatte (bei Audioerzeugnissen).

Um diese rein digitalen Erzeugnisse langfristig zu sichern, ist ein beträchtlicher Aufwand nötig. Entweder muss man diese Archivalien regelmässig umkopieren oder die Programme, mit denen sie produziert wurden, 'simulieren', also nachbauen.

Digitalisiert werden heutzutage auch analoge Quellen: Sie werden in den Computer eingelesen und auf dem Internet publiziert. Oder sie werden auf Mikrofilm gebannt. Eine Technologie, die bis zu 200 Jahre Lebensdauer verspricht.

Der Vorteil der Digitalisierung liegt auf der Hand: Die Archivalien werden auch für Laien ohne grossen Aufwand schnell greifbar. So werden wertvolle digitale Archivalien 'aus den Händen' gegeben, ohne dass die Originale Schaden nehmen.


Damit verbunden sind auch Risiken: Das Urheberrecht ist gefährdet. Die Copy/Paste-Geschichten der vergangenen Jahre lassen grüssen. Und das sogenannte 'Recht auf Vergessen' ist schwieriger zu garantieren, wenn jederzeit alles ohne Hürden greifbar ist.

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Jürg Oehninger