Der Platzspitz hat die Drogenpolitik der Schweiz verändert

Die offene Drogenszene auf dem Platzspitz und am Letten in Zürich in den 80er und 90er Jahren waren Orte des Leidens, des Sterbens und der Gewalt. Bis zu tausend Menschen starben damals Jahr für Jahr. Ein Augenschein vor Ort war ein Blick in die Vorhölle.

Ein Blick auf die Drogenhölle Platzspitz in Zürich
Bildlegende: Der Platzspitz war geprägt von Elend, Krankheit und Gewalt Keystone

Offene Drogenszene in der Innenstadt

Die damals grösste offene Drogenszene Europas veränderte einiges in der Drogenpolitik. Ungebrauchte Spritzen wurden damals abgegeben im Kampf gegen HIV. Schwerstsüchtige erhalten seither Methadon oder Heroin in einem kontrollierten Verfahren. Früher wurden Drogenkonsumierende als Feinde der Gesellschaft angesehen, heute als kranke Menschen. Früher galt ausschliesslich das Prinzip der Drogenfreiheit bzw. des Drogenentzugs. Heute ist die kontrollierte Abgabe von Drogen ein Prinzip, das ebenfalls seinen Platz hat.

Moderation: Michael Brunner, Redaktion: Jürg Oehninger