Die Birne war nicht immer die ewige Zweite

2014 wurden in der Schweiz 25‘000 Tonnen Tafelbirnen und 14‘000 Tonnen Mostbirnen geerntet. Birnen sind gesund, bekömmlich und süss im Geschmack. Dennoch steht die Birne im Schatten des übermächtigen Apfels. In der Sendung erfahren wir, dass das nicht immer so war.

Zwei ganze und eine aufgeschnittene Birne vor hellem Hintergrund.
Bildlegende: Gegenüber dem Apfel hat die Birne einen Nachteil: Man kann sie weniger gut lagern. Colourbox

«In der Schweiz war lange der Saft aus Birnen das dominante Getränk», sagt Studiogast Urs Müller, Leiter der Fachstelle Obstbau beim Kanton Thurgau. «Früher waren die Äpfel kleiner und weniger attraktiv. Die Birnen hingegen meistens prall und saftig. Erst um das Jahr 1850 wurden Äpfel als Durstlöscher populär.»

Als neue Apfelsorten das Land erreichten, wurden die Birnen immer mehr verdrängt. Denn Äpfel haben von Natur aus einen Vorteil: Man kann sie besser lagern als Birnen.

Die Birne in der Flasche beschäftigt seit Jahrzehnten

Eine Möglichkeit, die Birne zu lagern, ist die Schnapsflasche. Aber wie kommt die Williams-Birne in die Flasche? Die Archivperle unten liefert die Antwort. Mitte der 1960er Jahre berichtete die «Schweizer Filmwochenschau» über den «mysteriösen Vorgang», den man im Wallis beobachtet hatte. Auch die Sendung «Kassensturz» widmete der Birne in der Flasche im Jahr 2005 einen Sendeplatz.

Mittlerweile verwenden die Hersteller von billigerem Williams auch Flaschen ohne Boden. Hier kommt eine reife Birne hinein, anschliessend wird der Flaschenboden angeklebt.

Williams-Birne: «Schweizer Filmwochenschau» (30. September 1966)

«Kassensturz»: So kommt die Birne in die Flasche (20.09.2005)

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Krispin Zimmermann