Ein Jahr ohne Gratis-Raschelsäckli: eine Bilanz

Vor einem Jahr war bei den beiden grössten Detailhändlern der Schweiz fertig lustig mit den Gratis-Raschelsäcken. Seit einem Jahr kosten sie nämlich fünf Rappen pro Stück. Mit nachhaltiger Wirkung: Der Verbrauch ist seither um über 80 Prozent zurückgegangen.

Eine Person trägt einen vollen Einkaufskorb und Esswaren in den Händen.
Bildlegende: Für grössere Einkäufe diente das kleine Raschelsäckli nicht. Keystone

Der «Treffpunkt» zeigt, warum auch nur schon fünf Rappen einen Einfluss auf das Kaufverhalten haben kann. Der westliche Mensch konsumiert in der Regel irrational. Das heisst, es spielt keine wesentliche Rolle, ob es nur um wenig oder um etwas mehr Geld geht. Zudem zeigt einem dies, dass was nicht gratis ist, offenbar eine wichtige Ressource ist.

Verändertes Konsumverhalten
Wenn weniger Raschelsäcke gebraucht werden, werden umso mehr andere Taschen zum Zug kommen. Das heisst nichts anderes, als dass die Raschelsäcke zukünftig nicht mehr wieder wesentlich an Bedeutung gewinnen werden.

Tatsächlicher Gewinn für die Umwelt?
Wenn sich damit mehrere tausend Tonnen Plastik sparen lassen, hüpft das umweltbewusste Herz. Aber ob die fünf Rappen mehr als nur für das gute Gewissen sind, ist fraglich. Verglichen mit dem mehrfachen jährlichen Verbrauch von Plastik - als Verpackung im Privathaushalt, als Verpackung für Heuballen und für die Abdeckung von Gemüse- und Früchtefeldern in der Landwirtschaft und als Material in der Industrie - ist die Einsparnis bei den Raschelsäcken praktisch eher vernachlässigbar.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Jürg Oehninger