Ferien im Elend

Ein französischer Reiseveranstalter bietet im April eine zehntägige Reise durch das Bürgerkriegsland Syrien an. Dies sorgte für Kritik in Frankreich. Kriegsreporter Kurt Pelda hingegen sagt, es sei nicht verwerflich in ein Krisengebiet zu reisen, man müsse nur sehr bewusst reisen.

Peru: Blick aus einem Tourismusvan in einem Slum von Lima.
Bildlegende: Peru: Blick aus einem Tourismusvan in einem Slum von Lima. Keystone

Ist die Reise in ein Kriegsgebiet pietätlos? Oder ist es voyeuristisch, mit einem Tourismusbus durch die Favelas von Rio de Janeiro zu fahren?

Es kommt auf die Haltung des Touristen drauf an, erklärt Jürg Stettler in der Sendung «Treffpunkt» seine Sichtweise. Er ist Professor und Leiter am Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern. Wenn man sich vor der Reise mit dem Reiseziel befasse und sich dann vor Ort ein eigenes Bild verschaffen möchte, so habe eine solche Reise seine Berechtigung.

Anders sieht Jürg Stettler das mit einer Busfahrt durch eine Favela oder den Slum. Da fahren die Touristen hindurch ohne mit den Menschen dort Kontakt zu haben. So bleibt ein Austausch aus.

In der Sendung «Treffpunkt» erzählt der Kriegsreporter und der Tourismusprofessor, welche Verhaltensregeln es zu beachten gilt. Der Reiseanbieter Globetrotter erklärt, weshalb er Reisen nach Nordkorea anbietet und von Hörerinnen und Hörern erfahren wir, wie sie zu Reisen in Krisengebiete oder in totalitär geführte Länder stehen.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Beatrice Gmünder