«Flöhboden» und Skilift - Freizeitvergnügen in der Nachkriegszeit

Das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren liess auch die Schweiz aufatment. Die Nachkriegszeit brachte entgegen der Befürchtungen einen baldigen Aufschwung und die Menschen hatten auch wieder Zeit für die schönen Seiten des Lebens. Drei Zeitzeugen erzählen vom Freizeitvergnügen nach 1945. 

Schwarzweissaufnahme von Skischule
Bildlegende: «Skischule im Jugendskilager fuer Maedchen, JUSKILA, des Schweizerischen Skiverbandes, in der Lenk, Kanton Bern, aufgenommen Anfang Januar 1946.» Keystone

Susi Birchler, Edi Nigg und Hedi Hnilicka erlebten alle das Kriegsende in der Schweiz als Teenager. Das Ende der Verdunklung brachte für die jungen Menschen neue Vergnügungsmöglichkeiten mit sich. 

«Flöhboden» als kulturelles Highlight

Hedi Hnilicka, beim Kriegsende 15 Jahre alt, erinnert sich daran, wie sie im Zürcher Stadttheater auf dem sogenannten «Flöhboden», hoch oben auf den schlechtesten Plätzen, für erschwingliche 2 Franken Opern und Operetten genoss.

Und wie sie ein Bekannter aus der Berufsschule in die Tonhalle hineinschmuggelte. «Ich gab ihm Schockolade- und Confisserie-Coupons und er stellte mir einen Stuhl an den Rand».

Skifahren und Jagdferien

Edi Nigg aus Mastrils bei Landquart wagte sich mit ca. 18 Jahren ein erstes mal ins Kino. Es war ein unglaubliches Erlebnis, erinnert er sich zurück. Im Winter verbrachte er die Freizeit gerne auf den Skiern, genoss auch den neuen Komfort von Skilifts. 

Und Susi Birchler, beim Kriegsende 19 Jahre alt, erzählt, dass sie für eigentliche Hobbies nach der Hochzeit 1949 in Einsiedeln keine Zeit hatte. Sie arbeitete in der Bäckerei ihres Mannes. Aber sie genoss regelmässig Ferien für sich alleine, zum Beispiel in Mallorca. 

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Barbara Meyer