Patienten warten immer länger auf ein Spenderorgan

Als Patient ist man froh, wenn man es in der Schweiz auf die Liste derer schafft, die auf ein Spenderorgan warten. Dann beginnt aber das lange Warten. Immer länger werden nämlich die Wartefristen.

Ärzte im Operationssaal an der Arbeit.
Bildlegende: Ein Ärzteteam entnimmt ein Spenderherz. Das Herz soll im Kinderspital Zürich einem 7-jährigen Kind einoperiert werden. Keystone

Im «Treffpunkt» erzählt die 36-jährige Juristin Kriszina Bende, wie es ist, seit zweieinhalb Jahren auf ein Spenderorgan zu warten, ohne zu wissen, wann es soweit ist. Im Moment lebt sie mit einem künstlichen Herz.

Der 23-jährige Ivan Skrbec möchte Medizin studieren. Der junge Mann hat mit Erfolg das Gymnasium abgeschlossen und sammelt jetzt Erfahrungen als Pflegeassistentenpraktikant im Spital. Er arbeitet, lernt und treibt Sport, wie wenn nichts wäre. Seit fünf Jahren lebt er jedoch mit einer Spenderlunge. Auch er musste lange warten und wusste damals nicht, ob er stirbt, bevor ein Spenderorgan für ihn zur Verfügung stand.

In der Schweiz ist die Organspenderfreudigkeit gering. Das Parlament hat in der vergangenen Session die Regeln für Transplantationsregeln neu aufgestellt. Nicht aufgenommen in das Gesetz wurde die sogenannte Widerspruchsregelung. Befürworter dieser Regel monieren, dass wegen ihres Fehlens der Organmangel akut ist.

Warteten Patientinnen und Patienten im Jahre 2010 durchschnittlich 851 Tage auf eine Spenderniere, so waren es 2014 bereits 1198 Tage. Wöchentlich sterben zwei Menschen, die auf der Liste der Spenderempfänger stehen, weil sie kein Organ bekommen haben.

Video «Warten auf das zweite Leben» abspielen

Warten auf das zweite Leben

42 min, aus DOK - Fortsetzung folgt vom 15.5.2015

Video «FOKUS: Zwischen Hoffen und Bangen» abspielen

FOKUS: Zwischen Hoffen und Bangen

8:16 min, aus 10vor10 vom 11.6.2015

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Jürg Oehninger