Schicksalsgemeinschaft Wohnblock

Die Nachbarn wählt man sich in der Regel nicht aus – zusammenleben mit ihnen muss man trotzdem. Besonders nahe kommt man sich in Mehrfamilienhäusern, wo man sogar das Dach teilt. Der «Treffpunkt» nimmt den Mikrokosmos Wohnblock unter die Lupe und beleuchtet das Leben zwischen Anonymität und Nähe.

Aussenansicht eines Wohnblocks mit vielen Balkonen
Bildlegende: Nachbarn kann man nicht selbst auswählen. Zusammenleben muss man trotzdem. Unsplash / Jan Jakub Nanista

Man hört die Nachbarn durch die dünnen Wände lachen und streiten, man riecht, wenn sie kochen, man stolpert im Gang über ihre Schuhe und Velos. Wie organisiert man sich da am besten, damit es nicht zu Reibereien kommt?

Waschküche deluxe auf dem Dach

Beispielhaft ist man diese Fragen in Bern angegangen, bei einem Neubau an der Wylerringstrasse. Ganz bewusst trafen sich die Bewohner der 29 Wohnungen in der ersten Zeit nach dem Bezug regelmässig zum gemeinsamen Apéro. So entwickelten sich aus der Schicksalsgemeinschaft richtige Freundschaften. Weil man sich kennt, lösen sich heute Konflikte in persönlichen Gesprächen meist schnell auf.

Nicht einmal das Waschen führt hier zu gröberen Streitereien. Dies allein schon dank der Architektur: Die Waschküche ist nämlich kein muffiges Loch im Keller, sondern eine helle Begegnungszone auf dem Dach mit fantastischer Aussicht.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Anna Wepfer