Vor- und Nachteile von Selbsthilfegruppen

Einsamkeit, Drogensucht, Krebsleiden – für fast jedes Problem gibt es in der Schweiz Selbsthilfegruppen. Ihre Zahl ist innert zehn Jahren um rund 70 Prozent gestiegen. Sarah Wyss, Geschäftsführerin von «Selbsthilfe Schweiz», diskutiert mit Betroffenen über Vor- und Nachteile der Selbsthilfe.

Hand streckt sich aus einem Getreidefeld
Bildlegende: Die Zahl der Selbsthilfegruppen in der Schweiz nimmt zu – das Potenzial wäre aber noch deutlich grösser. Unsplash / Jonny Caspari

Die Fachwelt ist sich einig: Selbsthilfegruppen entlasten das Gesundheitswesen. Sie ersetzen zwar nicht direkt Therapien, aber sie machen die Betroffenen zu mündigeren Patienten. Diese wissen besser Bescheid über ihr Leiden, können selbständiger damit umgehen. Das steigert das Wohlbefinden und erhöht die Chance, dass medizinische Therapien effektiver zum gewünschten Ergebnis führen. Und im Fall einer Sucht kann eine Selbsthilfegruppe dazu beitragen, einen Rückfall und wiederholte Behandlungen zu verhindern.

Es fehlt an Geld und Wissen

Trotz dieser Erkenntnis sei die Schweiz in Sachen Selbsthilfe noch ein Entwicklungsland, sagt Sarah Wyss, Geschäftsführerin des Dachverbands «Selbsthilfe Schweiz». Das Potenzial sei noch längst nicht ausgeschöpft und das sei eine vergebene Chance. Die Zahl der Gruppen sei klein, verglichen beispielsweise mit Deutschland. Dort zahlen die Krankenkassen obligatorische Beiträge an die Selbsthilfe, während hierzulande bisweilen das Geld für den Aufbau von Gruppen fehle. Auch machten Ärztinnen, Psychiater und Therapeutinnen ihre Klienten und Patienten noch zu wenig auf die Chancen der Selbsthilfe aufmerksam.

Im «Treffpunkt» diskutiert Sarah Wyss mit Betroffenen über Vor- und Nachteile der Selbsthilfe.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Anna Wepfer