Weniger arbeiten, gleich viel verdienen. Die Lösung gegen Stress?

Ein neuseeländisches Unternehmen will nach einem erfolgreichen Test die Vier-Tage-Woche für die ganze Belegschaft einführen – dies bei vollem Lohn. Ähnliche Modelle sorgen in den letzten Monaten für grosse Schlagzeilen. Ob solche Modelle auch in der Schweiz Erfolg hätten, ist umstritten.

Eine Waage zeigt auf einer Seite das Wort "Work", auf der anderen Seite das Wort "Balance".
Bildlegende: Sind kürzere Arbeitswochen oder Arbeitstage das Rezept für eine bessere "work-life-balance"? Colourbox

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuseeländischen Firma hatten nach acht Wochen weniger Stress, konnten sich besser konzentrieren und produzierten sogar noch leicht mehr. Der Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Perpetual Guardian würde dieses Modell jedem Unternehmen im Land empfehlen. (Mehr zur Studie hier.)

Skepsis in der Schweiz

In der Schweiz stösst die Idee auf Skepsis. Für Arbeitspsychologin Angelika Kornblum haben flexible Arbeitsmodelle den Vorteil, dass die Arbeitnehmer darin oft zufriedener sind und weniger krank ausfallen. Entscheidend sei aber, dass das Modell von der gesamten Belegschaft, auch von den Chefs, akzeptiert wird, niemand stigmatisiert wird.

Arbeitsmarkt-Expertin Daniella Lützelschwab vom Arbeitgeberverband befürchtet, dass die Mitarbeitenden möglicherweise noch gestresster sind, wenn sie weniger arbeiten oder kürzere Arbeitstage haben. Sie hält es für wichtiger, dass Mitarbeiter bezüglich ihrer Anstellungsmodelle mitreden und ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten können.

Autor/in: Sandra Witmer, Moderation: Stefan Siegenthaler