«Wer Läuse hat, hat viele Freunde»

«Läuse sind nicht ein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern ein Hinweis, dass Kinder viele Freunde haben», sagt die Apothekerin Christina Ruob. Die Zürcherin erklärt in der Sendung «Treffpunkt», wie man Läuse erfolgreich bekämpft und warum sie von den Parasiten fasziniert ist.

Ein Knabe wird mit einem Lauskamm gekämmt, im Hintergrund sitzen zwei weitere Kinder.
Bildlegende: Weltweit sind vor allem Kinder bis 12 Jahre vom Lausbefall betroffen. Colourbox

Der Umgang mit Kopfläusen hat sich in den letzten Jahren verändert. Man weiss, dass Läuse nicht von einem Kopf zum anderen Hüpfen und dass die Tiere auf Stoff nicht überleben können. Die Angst, via Bettwäsche oder Mützen Läuse zu bekommen, ist unbegründet.

«Es ist Körperkontakt zwischen Kopf und Haaren nötig», erklärt Christina Ruob. Sie vertritt die Schweiz an internationalen Konferenzen und unterrichtet Fachleute. «Läuse auszurotten ist eine Illusion. Das Ziel muss sein, den Befall so tief wie möglich zu halten.»

Mehr Läuse wegen «Selfie-Kultur»

Weltweit sind vor allem Kinder bis 12 Jahre vom Lausbefall betroffen. In diesem Alter hat man beim Spielen oft direkten Kopf-an-Kopf-Kontakt. Anfangs September wurde an der europäischen Lauskonferenz in Kopenhagen allerdings eine erstaunliche Entwicklung diskutiert. In den letzten zwei Jahren wurde beobachtet, dass immer öfters auch Teenager Kopfläuse mit sich tragen. Die Laus-Experten führen dies auf die «Selfie-Kultur» zurück, den Trend, die Köpfe zusammenzuhalten um mit dem Handy ein Foto zu knipsen.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Krispin Zimmermann