Anwalt: «Ich verteidige nicht die Tat, sondern den Menschen»

Wie kann ein Anwalt bloss einen mutmasslichen Mörder oder Vergewaltiger verteidigen? Wie schafft er es, Vorurteile und Betroffenheit so weit auszublenden, dass er sich für seinen Mandanten fair einsetzen kann? Für Valentin Landmann ist das Alltag. Bei «True Talk» erzählt er davon.

Auch beim schwersten Delikt ist es dringend notwendig, dass jemand einen Anwalt hat. Strafverteidiger Valentin Landmann erklärt: «Stellt euch vor ihr werdet des Mordes beschuldigt und jeder Anwalt sagt: 'Igitt, das mache ich doch nicht!'». Er verteidige aber nie eine Tat. Die könne entsetzlich sein. Er verteidige den Menschen. Was für viele vielleicht unverständlich klingt, sieht Landmann differenzierter. Er sehe nämlich wie schwere Delikte entstehen und dann vieles «erklärbar» wird, wenn man genau hinsieht. Trotzdem nimmt auch er manchmal schwere Verbrechen mit in den Feierabend. Manchmal träume er sogar davon. «Wenn man lange in den Abgrund schaut, schaut der Abgrund irgendwann zurück.», sagt er. Sein positives Weltbild und der Glaube an die Menscheit konnte er sich jedoch dennoch bewahren. Mit welchen Vorurteilen Strafverteidiger konfrontiert werden, erzählt er bei «True Talk».

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