«Feministen sind keine unterfickten, karrieregeilen Monster»

Anne-Sophie ist bekennende Feministin, weil sie in ihrem Leben schon häufig aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt wurde. Warum Feminismus auch im Jahre 2017 alles andere als ein alter Zopf ist und was sie sich von der Gesellschaft wünscht, erzählt Anne-Sophie bei «True Talk».

«Diesen einen, traumatischen Schlüsselmoment gab es nicht bei mir», erzählt Anne-Sophie, «es waren eher kleine Dinge, die mich zur Feministin gemacht haben». Dazu gehören Busen-Grapschereien im Club, unerwünschten Büro-Kosenamen oder arrogante Chefs, die einem die Welt erklären wollen – und jetzt mal ehrlich: welche Frau kennt das nicht?
Dass sich trotzdem nur wenige junge Frauen so zum Feminismus bekennen wie Anne-Sophie, liegt wohl am verstaubten und unglamourösen Image, das diesem immer noch anhaftet. «Viele denken beim Stichwort 'Feminismus' an verbitterte, männerhassende Karrieremonster mit Haaren unter den Armen.» Das sei alles Humbug – sie zum Beispiel wolle unbedingt einmal Kinder und eine Hochzeit in Weiss. «Ausserdem sind viele meiner Freundinnen Feministinnen – und keine einzige davon ist verbittert.»
Trotzdem muss noch einiges getan werden, findet Anne-Sophie. «Vor allem müssen Männer – auch in der Schweiz – endlich einsehen, dass wir Frauen de Facto immer noch Bürger zweiter Klasse sind.» Aber auch die Frauen sieht sie in der Pflicht: «Wir haben oft zu wenig Mut um für unsere Rechte einzustehen und gleiche Behandlung und Wertschätzung zu fordern. Zur Aufhebung von Stereotypen braucht es uns alle, Frauen und Männer.»

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