Val de Travers: Auf den Spuren des Absinth

Das Val de Travers ist ein Seitental in der Nähe von Neuchâtel. Das Tal zählt acht Gemeinden; etwas mehr als 10‘000 Menschen leben dort. Etwas macht das kleine Tal im Neuenburger Jura jedoch weltbekannt: sein Absinth.

Die fertigen Absinth-Flaschen stehen bereit für den Verkauf.
Bildlegende: Die fertigen Absinth-Flaschen stehen bereit für den Verkauf. SRF 3

Der Absinth wird hier seit dem 18. Jahrhundert destilliert und ist das Aushängeschild, welches Tausende von Touristen jedes Jahr in das Val de Travers lockt.

Im Val de Travers kommt man um den Absinth nicht herum. Er ist überall, als spezielle Absinth-Route auf den vielen wunderbaren Wanderwegen im Tal, in den rund 25 verschiedenen Destillerien, die man hier besuchen kann, oder in den kulinarischen Spezialitäten der Region. Für jeden Geschmack gibt es etwas.

Erst wandern, dann geniessen
Es lohnt sich auf alle Fälle, den Besuch im Val de Travers nicht direkt in einer Destillerie zu beginnen. Denn das Tal hat viele Wanderrouten, die es zu entdecken gibt. Eine der schönsten befindet sich in der Nähe von Noiraigue: der Creux-du-Van, eine Art Gran Canyon der Schweiz.

Wählt man den Höhenweg, so hat man eine herrliche Aussicht über das ganze Tal. Für die etwas weniger Mutigen gibt es alternative Routen im Wald rund um den Creux-du-Van.

Aber auch in den anderen Orten, die zum Val de Travers gehören, gibt es viele Wanderrouten. Diese sind bereits in den Bahnhöfen gut angeschrieben. Und die Menschen im Val de Travers sind äusserst hilfsbereit, wenn man die gesuchte Route nicht auf eigene Faust findet.

Absinth-Spezialitäten sind überall
Jene, die keinen Absinth mögen, werden es schwer haben im Val de Travers. Alles ist hier auf die Spezialität hin ausgerichtet. In den rund 25 Destillerien im Tal gibt es Führungen und Degustationen, welche man im Voraus buchen muss, teils aber auch spontan besuchen kann.

Achtung, nicht alle Destillerien haben täglich geöffnet. Beim Besuch wird die Herstellung erklärt, es gibt einen Rundgang durch die Brennerei, und zum Schluss kann man die verschiedenen Absinth-Schnäpse degustieren. Jede Destillerie hat ihr ganz eigenes Rezept, es gibt an die 100 verschiedene Absinth-Schnäpse. Bis man den richtigen gefunden hat, braucht es also seine Zeit. Bei der Degustation erzählen die Absinth-Brenner gerne Anekdoten rund um den Schnaps.

Für alle, die keinen Schnaps mögen, gibt es die eine oder andere Abhilfe: Der Metzger in Couvet beispielsweise bietet Fleisch mit Absinth an. Es gibt viele Chocolaterien, die Absinth-Pralinen herstellen, und für heisse Tage gibt es Glace mit Absinth-Geschmack.

Autor/in: Simona Caminada