Diese Jungs bauen Schlagzeuge für ihre Lieblingsbands

Zusammen mit seinem Bruder baut Ron Vetsch (29) Drums, die nicht nur gut aussehen – sondern auch einzigartig tönen. Heute spielen viele seiner Lieblingsbands auf seinen Drumkits. Wir waren zu Besuch in seiner Werkstatt.

Das Brüderpaar Ron und Dan Vetsch baut zusammen Drums. Seit 2008 sind die beiden Inhaber ihrer Firma «LB Drums».

Virus Voyage: Der Sternenfotograf und der Schlagzeugbauer

26 min, aus Virus Voyage vom 29.12.2015

Dabei sind die Gebrüder Vetsch nicht auf das «Big Business» aus: Ihnen ist die persönliche Bindung zu ihren Kunden viel wichtiger.

«Jemand kann zu uns kommen und uns sein Lieblingsalbum vorspielen», sagt Ron, «und dann bekommt er von uns Drums, die genau so klingen.»

Wer ein Drumkit möchte, braucht eine gewisse Portion Geduld: Die durchschnittliche Wartezeit auf ein massgeschneidertes Schlagzeug Marke Vetsch beträgt rund sechs Monate.

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Aber wie kommt man eigentlich auf die Idee, Schlagzeugbauer zu werden? Angefangen hat bei Ron Vetsch alles vor 12 Jahren: «Ich wollte mir mein allererstes Schlagzeug kaufen. Leider habe ich es aber nicht in meiner gewünschten Konfiguration finden können. Ich wollte ein ganz bestimmtes Holz und einen ganz bestimmten Klang. So dachte ich mir also: Dann kann ich es ja auch einfach gleich selbst bauen...»

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#Drum-Porn

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Auf diese 6 Drumkits ist Ron besonders stolz.

«Learning by doing», oder: mühsamste Kleinarbeit

Wie man ein solches Monster mit geschätzt tausend Einzelteilen von Grund auf in Eigenregie baut, lernt man allerdings nicht von heute auf morgen: «Das ist ein Beruf, den man in der Schweiz gar nicht erlernen kann.» Im Gegenteil: Die Devise heisst «Learning by doing».

«Ich habe mir für mein erstes Schlagzeug die Einzelteile gekauft und diese dann in mühsamster Kleinstarbeit in meinem damaligen Bandraum zusammengebaut. Das Ganze hat dann tatsächlich funktioniert!», so Vetsch.

Und selbstverständlich ist Schlagzeug nicht gleich Schlagzeug. Kein Schlagzeug klingt gleich wie das andere: Fellspannung, Holzart, Maserung und noch ca. tausend andere Kriterien geben jedem Schlagzeug seinen einzigartigen, speziellen Klang.

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Eine Serienproduktion ihrer Kits lehnen die beiden ab: «Ein Teil unserer Philosophie ist, dass wir wissen, wo unsere Drums zum Einsatz kommen. Und so etwas ist nur möglich, wenn wir direkten Kundenkontakt haben.»

Wer mit Ron und Dan ins Gespräch kommt, merkt sofort: Die beiden sind nicht nur Schlagzeugbauer, sondern gleichzeitig auch einfach «nur» Musikfans: «Wenn wir an eine Show fahren und dann unsere Babys dort persönlich begutachten können, dann ist das immer ein riesiges Erlebnis», schwärmt Ron.

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Fotos: © Noëlle Guidon, SRF Virus

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