Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis)

In der dritten Folge „Virus im wilden Osten“ reist Andi Rohrer hinters Schwarze Meer, nach Tbilisi (Tiflis), Hauptstadt von Georgien. Dort trifft er auf eine kleine, aber äusserst aktive Alternative Szene; Begegnet Street-Artisten, Musikern, und ist unterwegs mit jungen Guerilla Gärtnern.

Videos und Bilder aus Tiflis gibt's hier.

Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion regierte das Chaos – Banden kontrollierten die Strassen, Nahrungsmittel, Jobs und Elektrizität waren Raritäten, fast 10 Jahre lang lag die Stadt Nachts im Dunkeln – ebenso die Perspektiven der Jugendlichen. Doch langsam erobert sich die junge Generation ihre Zukunft zurück, mit viel Optimismus und Kreativität.

Zum Beispiel Mari, Moderatorin bei Radio Ucnobi. Zwar startet die Sendung wegen chronischer Unpünktlichkeit meist 10 Minuten zu spät, aber sie ist vollgepackt mit neuer Musik, die es zu fördern gilt, auch wenn Underground Musik in der Gesellschaft noch wenig Beachtung findet. Mari beweist auch spontan, dass Gastfreundschaft den Georgiern im Blut liegt und lädt zum Abendessen ein – serviert wird Käsekuchen und Gesang.

Tbilisi ist geprägt von sanften Hügel, hölzernen Balkonen, Weinreben, Sowjetblocks und einzelnen ausserirdisch anmutenden Glasbauten, Zeugen der Baufreude des bis vor einem Monat regierenden Präsidenten Micheil Saakaschwili. Dazwischen überall Spuren des neuen Zeitgeists: Ana und Marika von den jungen Guerilla Gärtnern, die unermüdlich Bäume pflanzen, um sich gegen den Bauwahn und für ein grüneres Tbilisi einsetzten.

Andere Flächen füllt Street-Artist ‚Dr. Love’, den Andi Rohrer auf einer nächtlichen Tour begleitet. Er sprayt für die Liebe, für die Freiräume der Jugendlichen und vor allem für eine offenere Weltanschauung – z.B. für die Rechte von Homosexuellen, die kürzlich von Anhängern der orthodoxen Kirche wortwörtlich zerschlagen wurden.

Es gibt viele Jugendliche, denen die Veränderungen zu wenig schnell vorwärts gehen und die deshalb ins Ausland emigrieren, nach Russland, in die USA. Andi Rohrer trifft jedoch auf eine wenn auch kleine, äusserst aktive Szene, die nach Jahren der Unterdrückung ihre Meinung äussern will. Sie singt, kämpft, trägt Hipsterkleidung, geniesst und trinkt fürs Leben gern halbsüssen georgischen Rotwein.

Die Radiomoderatoren Anic Lautenschlager und Andreas Rohrer satteln das Pferd und reiten in den wilden Osten. In der zweiten Staffel bereisen sie: Odessa, Minsk und Tbilisi. Drei Städte, kaum bekannt, dafür umso aufregender. Weisse Flecken auf der Landkarte füllen Anic und Andi mit einem kunterbunten Mix aus Musik, Hipstern, Historie, Street-Kultur und Abenteuern. Die jungen Moderatoren wollen wissen, wie die Jugend tickt im wilden Osten. Zu was sie tanzt, gegen was sie kämpft und was sie zu Höhenflügen treibt.

Bilder aus Tiflis

SRF