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Virus Voyage Warum wir mehr über Kaffee wissen sollten

Der ehemalige Barista-Schweizermeister Shem Leupin (33) will den Kaffeekonsum in der Schweiz revolutionieren. Mit dem Kaffee verhält es sich nämlich wie mit Whiskey und Wein: Kaffee ist eine Kunstform, ein Genussmittel und eine Lebenseinstellung.

Ein Mann, eine Tasse

Shem Leupin (33) wuchs in Australien auf. Dort bei den Kängurus wurde es ihm aber bald einmal zu langweilig. So zog es den australisch-schweizerischen Doppelbürger in die Schweiz nach Luzern. Für Shem war immer klar, dass er einem kreativen Job nachgehen will. Er versuchte sich als Goldschmid, Modedesigner und Musiker. 2009 kehrte Shem erneut nach Australien zurück, um seine Familie zu besuchen. Um ein bisschen Geld zu verdienen, heuerte er in einem Café an.

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Von der Kunst, guten Kaffee zu machen

Schnell wurde Shem klar: Der Kaffee in Australien wird nicht nur getrunken, er wird zelebriert.Sein Chef erlaubte ihm nur, kalte Getränke zu servieren. Um Kaffee servieren zu können, müsse er noch viel üben. Diese Herausforderung nahm Shem an und übte nach Feierabend, wie man richtige Kaffee macht. Nach 6 Monaten und vielen ausgeleerten Kaffees hatte Shem das Barista-Handwerk drauf und durfte seinen ersten Kaffee servieren.

«Niemand interessiert sich für Kaffee»

Die prägende Erfahrung mit dem Kaffee packte Shem in seinen Koffer und reiste damit ein Jahr später zurück in die Schweiz. Hier herrscht in seinen Augen nämlich dringend Handlungsbedarf: Die Kultur des Kaffees sei in der Schweiz kaum bis gar nicht vorhanden, findet Shem. Heute arbeitet er in einer Kaffee-Rösterei und entwickelt neue Kaffee-Varietäten und wurde 2013 Schweizer Baristameister.

Die Zubereitung macht den Unterschied

Gemeinsam mit Shem vergleichen Andi Rohrer, Link öffnet in einem neuen Fenster und Anic Lautenschlager, Link öffnet in einem neuen Fenster bei «Virus Voyage» verschiedene Kaffeebohnen. Bei der Zubereitung à la Shem, müssen viele Schritte exakt befolgt werden. Dabei spielen die Menge, der Mahlgrad, die Temperatur und die Brühzeit eine essentielle Rolle. Der Geschmack erinnert dann aber nicht etwa an Kaffee. Vielmehr schmeckt das Kaffeebohnenerzeugnis gar etwa nach Blumen, Früchte oder – wie Andi Rohrer findet – nach Tabak. Die Vielfalt vom Kaffee-Geschmack ist deutlich grösser, als diejenige, die wir kennen.

Nicht nur die Zubereitung ist beim Kaffee entscheidend. Es beginnt bereits beim Anbau und Trocknen der Kaffeekirschen im Ursprungsland. Shem versucht, bei allen Schritten mitzuwirken, um den perfekten Kaffee zuzubereiten. Sein Ziel ist es, dass dieses Bewusstsein irgendwann auch bei uns ankommt und wir merken: Kaffee ist nicht gleich Kaffee.

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Hier bekommst du einen Blick hinter die Kulissen vom Dreh-Tag mit Shem

Was denken unsere «Virus Voyage» , Link öffnet in einem neuen FensterModeratoren über Shem?

Anic Lautenschlager, Link öffnet in einem neuen Fenster und Andi Rohrer, Link öffnet in einem neuen Fenster haben sich nach dem Dreh mit Shem Leupin nochmals zusammengesetzt. Sie rekapitulieren im untenstehenden Video ihre Eindrücke und Gedanken.

Fotos: © Noëlle Guidon, SRF Virus

«Virus Voyage»

Die ganze Sendung mit Shem gibt's hier. Wie die Sendung entstand, siehst du im Making-Of Video.

1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Karpf, Blonay
    Die Schweiz exportiert Kaffee im Wert von Milliarden. Ganz so ahnungslos kann dieses also Land nicht sein, wie es uns dieser Aussie weismachen will. Kaffee ist Geschmackssache. Banausen sind jene, die Hunderte Kaffees die Kanalisation runterschütten, um zu üben und sich selbst zu verwirklichen. Was würden die unterbezahlten Kaffeepflücker dazu sagen?
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