Aix-en-Provence: Teodor Currentzis, musikalisches Heissblut

Klangopulenz bei Tschaikowsky, musikalische Archaik bei Strawinsky: Es scheint wohl mehr Trennendes als Verbindendes zwischen «Iolanta» und «Perséphone» zu geben. Gerade deshalb kombiniert der Dirigent Teodor Currentzis die beiden Stücke.

Porträt Teodor Currentzis.
Bildlegende: Kombiniert Tschaikowsky mit Strawinsky: Teodor Currentzis. Imago

Denn er glaubt, dass die Musiker Tschaikowskys letzte Oper anders spielen, weil sie an Strawinskys Melodram gearbeitet haben. Und dass das Publikum Strawinsky anders wahrnimmt, weil es noch Tschaikowsky im Ohr hat. In dieser Kombination liegt für Currentzis somit ein befruchtendes und beständiges Hin-und-Her.

Kommt dazu, dass der Dirigent auch Berührungspunkte inhaltlicher Art erkennt: Sucht in «Iolanta» doch eine blinde Prinzessin nach dem «Licht», und auch in «Perséphone» geht es um Fragen von spiritueller Harmonie.

Peter Tschaikowsky: Iolanta. Oper in einem Akt
Igor Strawinsky: Perséphone. Melodram in drei Szenen

Chor und Orchester der Opéra National de Lyon
Teodor Currentzis, Leitung
Ekaterina Scherbachenko, Sopran (Iolanta)
Dmitry Ulianov, Bass (René)
Maxim Aniskin, Bariton (Robert)
Arnold Rutkowski, Tenor (Vaudémont)
Willard White, Bassbariton (Ibn-Hakia)
Vasily Efimov, Tenor (Alméric)
Pavel Kudinov, Bass (Bertrand)
Diana Montague, Mezzosopran (Marta)
Maria Bochmanova, Sopran (Brigitta)
Karina Demurova, Mezzosopran (Laura)
Dominique Blanc, Sprecherin (Perséphone)
Paul Groves, Tenor (Eumolpe)
Sathya Sam, Sodhachivy Chumvan, Chan Sithyka Khon und Narim Nam (Tanzrollen)

Aufführung vom 11. Juli 2015, Grand Théâtre de Provence, Aix-en-Provence

Redaktion: Gabriela Kaegi