BBC Proms: East meets West

China und Russland treffen sich in London: An den BBC Proms führte die chinesische Dirigentin Xian Zhang neben zwei grossen russischen Sinfonien auch ein Stück ihres Landsmannes Qigang Chen auf.

Xian Zhang dirigiert die New Yorker Philharmoniker.
Bildlegende: Die chinesische Dirigentin Xian Zhang. Hier dirigiert sie die New Yorker Philharmoniker. Keystone

Westen und Osten nähern sich einander an, befruchten sich gegenseitig. Im Stück «Iris dévoilée» von Qigang Chen 1951 in Shanghai geboren, heute in Frankreich lebend - geschieht das auch auf klanglicher Ebene. Neben dem grossen westlichen Sinfonieorchester setzt der Komponist die traditionellen chinesischen Instrumente Pipa, Zheng und Erhu ein, neben «europäischen» Solostimmen auch eine Gesangsstimme, wie man sie aus der Pekingoper kennt. Qigang Chen kam nach Abschluss des Konservatoriums in Peking nach Frankreich, wo ihn nicht nur die Musik von Debussy und Ravel faszinierte, sondern wo er auch Unterricht von Olivier Messiaen bekam. Vielfältige Orchesterfarben und frei fliessende Formen zeichnen seine Musik aus.

Umrahmt wird dieser die Kulturen übergreifende Austausch von zwei Klassikern der russischen Sinfonik: Sergej Prokofiews quirliger Sinfonie Nr. 1 und Sergej Rachmaninows elegisch-schwelgerischer Sinfonie Nr. 2.

Sergej Prokofiew: Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 «Klassische»
Qigang Chen: Iris dévoilée
Sergej Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

BBC National Orchestra of Wales
Xian Zhang, Leitung
Meng Meng, Sopran
Anu Komsi, Sopran
Piia Komsi, Sopran
Jia Li, Pipa
Jing Chang, Zheng
Nan Wang, Erhu

Konzert vom 29. Juli 2015, Royal Albert Hall, London