Lucerne Festival: Als Narren sind wir geboren

Als «altersavantgardistisch» hat man den «Falstaff» schon bezeichnet, denn mit über 80 Jahren hat sich Giuseppe Verdi hier nochmals neu erfunden. In Luzern war dieses komödiantisch-tiefschürfende Spätwerk in einer herausragenden Aufführung zu erleben.

Porträt Ambrogio Maestri.
Bildlegende: Eindrücklich in der «Falstaff»-Hauptrolle: Bariton Ambrogio Maestri. Dario Acosta/ Lucerne Festival

«Tutto nel mondo è burla» «Alles ist Spass auf Erden»: So heisst es am Schluss der Oper in der grossen Fuge. Eine Fuge in einer Oper? Klar, denn Verdi konnte ja so viel mehr als Arien-Hits mit Umtata-Begleitung komponieren. Sein «Falstaff» schafft die Quadratur des Kreises: nämlich höchst unterhaltsam und hochkomplex zugleich zu sein.

In Luzern sorgten der Dirigent Jonathan Nott und der Bariton Ambrogio Maestri, dem die Hauptrolle auf den Leib geschrieben zu sein scheint, für Glanzlichter in einer eindrücklichen Interpretation.

Giuseppe Verdi: Falstaff. Komödie in drei Akten

Bamberger Symphoniker
Chor der Oper Zürich CH-Artists
Jonathan Nott, Leitung
Ambrogio Maestri, Bariton (Falstaff)
Fabio Capitanucci, Bariton (Ford)
Paolo Fanale, Tenor (Fenton)
Emanuele Giannino, Tenor (Cajus)
Jean-Paul Fouchécourt, Tenor (Bardolfo)
Federico Sacchi, Bass (Pistola)
Eva Mei, Sopran (Mrs. Alice Ford)
Carolina Ullrich, Sopran (Nanetta)
Elisabeth Kulman, Mezzosopran (Mrs. Quickly)
Jana Kurucová, Mezzosopran (Mrs. Meg Page)

Konzertante Aufführung vom 26. August 2015, Konzertsaal, KKL Luzern

Redaktion: Gabriela Kägi