Schleswig-Holstein Musik Festival: Von Leid und Leidenschaft

Sein Name ist persisch, sein Pass österreichisch und seine Musikliebe grenzenlos: Der Cellist Kian Soltani, 1992 in Bregenz geboren, gehört zu den spannendsten Nachwuchs-Cellisten unserer Tage.

Ein Mann trägt ein Cello
Bildlegende: Holger Hage / Deutsche Grammophon

Welch tiefgründiger Ausdruck er seinem Instrument entlocken kann und mit welcher Perfektion er auch überaus anspruchsvolle Partien meistert, das konnte er diesen Sommer u.a. in Lübeck zeigen: Mit dem 1. Cellokonzert von Schostakowitsch.
Ende der 1950er Jahre ist es für Mstislav Rostropowitsch entstanden; in einer Zeit, in der die Klammer des Stalinismus etwas von ihrer Bedrohlichkeit verlor. Das Konzert fasziniert durch vielfältige Klang- und emotionale Welten, von brutaler Groteske bis zur Melodienseligkeit.
Eine romantische Ergänzung, nicht weniger leidenschaftlich, dann im zweiten Konzertteil mit Peter Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6. Es ist dies die letzte Sinfonie des Komponisten, der wenige Tage nach der Uraufführung jenes Glas verseuchtes Wasser trank, das ihm das Leben kosten sollte.

Dmitri Schostakowitsch: Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Peter Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 «Pathétique»

Schleswig-Holstein Festival Orchestra
Manfred Honeck, Leitung
Kian Soltani, Violoncello

Konzert vom 4. August 2019, Musik- und Kongresshalle Lübeck (Schleswig-Holstein Festival)

Das Konzert steht bis sieben Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Moderation: Annelis Berger, Redaktion: Patricia Moreno