Schleswig-Holstein Musikfestival: Grosse Klänge in der Wüste

Weit mehr als die Hälfte der Musiknummern in Georg Friedrich Händels «Israel in Egypt» sind für Chor geschrieben: Ein Zeichen für den grossen Stellenwert, den das «Volk» in diesem Händel-Oratorium einnimmt. Und: Es ist auch ein musikalisches Fest für den hier tätigen Balthasar-Neumann-Chor.

Porträt des Chores.
Bildlegende: Die 32 Stimmen des Balthasar-Neumann-Chores. Florence Grandidier

Ein Chor muss nicht besonderes stark besetzt sein, um Eindruck zu machen. Die 32 Stimmen des Balthasar-Neumann-Chores sind bei weitem genug. Denn der Chor ist ein sehr flexibles Gebilde, der Händels geschicktem Händchen gerne folgt, wenn dieser die Massen orchestriert.

In seinem Oratorium von 1739 lässt Händel das Volk Israel in der Wüste unter Hitze und Durst leiden, er lässt es durch das von Moses geteilte Rote Meer wandern, verspricht den Heimatlosen ein gelobtes Land. Der «Messiah» mag zwar populärer sein, doch «Israel in Egypt» hat seine eigene musikalische Wirkung. Da darf auch mal eine Chor-Fuge auftreten wie eine alttestamentarische Urkraft.

Balthasar-Neumann-Chor
Balthasar-Neumann-Ensemble
Thomas Hengelbrock, Leitung

G. F. Händel: Israel in Egypt. Oratorium in drei Teilen HWV 54

Konzert vom 26. Juli 2014, Laieszhalle Hamburg.

Redaktion: Theresa Beyer