Styriarte: Harnoncourt und Haydn, eine alte Liebe

Einer Welt, in der das Schreckliche omnipräsent ist, ein «Trotzdem» entgegensetzen: Das wollte die Styriarte Graz 2015. Zum Beispiel mit Hilfe von Haydns Musik. Dass man beim Thema «musikalischer Humor» an die Werke von Joseph Haydn denkt, ist nichts Neues.

Styriarte 2015: Karina Canellakis dirigiert Dvorak.
Bildlegende: Auf Nikolaus Harnoncourt folgt Karina Canellakis, die an der Styriarte Dvorak dirigierte. Werner Kmetitsch/ Styriarte

«und lachte» hiess das Festivalmotto in Graz diesen Sommer. Doch bei einem Künstler, der den Widerspruchsgeist so sehr liebt wie Nikolaus Harnoncourt, darf es ruhig etwas tiefer gehen. Und so kombiniert Harnoncourt die seiner Meinung nach witzigste Haydn-Sinfonie mit der Haydn-Messe, die die Schrecken der napoleonischen Kriege musikalisch aufgreift. Somit wäre das Motto also zu ergänzen: «und lachte trotzdem».

Und als Ergänzung im Anschluss: Die Aufnahme des Dvorak-Abends mit der jungen amerikanischen Dirigentin Karina Canellakis, die kurzfristig für den erkrankten Nikolaus Harnoncourt eingesprungen ist und schon mehrmals für Aufsehen gesorgt hat.

Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 97 C-Dur Hob. I: 97
Joseph Haydn: Missa in tempore belli C-Dur Hob. XXII: 9 «Paukenmesse»

Concentus Musicus Wien
Arnold Schoenberg Chor
Nikolaus Harnoncourt, Leitung
Sylvia Schwartz, Sopran
Elisabeth von Magnus, Mezzosopran
Daniel Johannsen, Tenor
Ruben Drole, Bass

Konzert vom 12. Juli 2015, Pfarrkirche Stainz

Antonin Dvorak: Das goldene Spinnrad op.109
Antonin Dvorak: Sinfonie Nr.8 G-Dur op.88
Chamber Orchestra of Europe
Karina Canellakis, Leitung

Konzert vom 28.06.15, Stefaniensaal Graz

Redaktion: Nikolaus Broda