Wittener Tag für neue Kammermusik: Englands neue Klassiker

Im Eröffnungskonzert der Wittener Kammermusiktage 2017 präsentierten das Arditti String Quartet und das Ensemble Modern die beiden Altmeister der englischen Moderne Brian Ferneyhough und Harrison Birtwistle.

Portrait von Harrison Birtwistle
Bildlegende: Harrison Birtwistle komponierte "The Silk House Sequences" imago / Rudolf Gigler

«Umbrations» («Verschattungen») nennt Brian Ferneyhough seinen Zyklus, der über 15 Jahre hinweg kontinuierlich gewachsen ist. Fluchtpunkt des Werkes ist die Musik des Renaissance-Komponisten Christopher Tye, die Ferneyhough behutsam «verbessert» und in seiner Sprache fortschreibt.

Dazu: «The Silk House Sequences», das 3. Streichquartett von Harrison Birtwistle; der Titel verweist auf die Adresse Birtwistles, eine alte Seidenfabrik und zugleich auf die innere Mechanik der Musik. Dahinter steckt ein rotierendes Räderwerk von Ostinati, die wie Zahnräder ineinandergreifen, die aber auch durch unvorhersehbare Akzente und Impulse gestört und belebt werden.

Brian Ferneyhough: «Umbrations, The Tye Cycle» für Streichquartett und Ensemble (Uraufführung)
Harrison Birtwistle: Streichquartett Nr. 3 «The Silk House Sequences»

Arditti String Quartet
Ensemble Modern
Brad Lubman, Leitung

Konzert vom 5. Mai 2017, Festsaal Witten

Redaktion: Florian Hauser