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Die Weltverbesserer Tun, wovon viele nur reden: Helfen!

Es gibt eine Vielzahl von Projekten und Menschen, die in der Welt Gutes tun. Entsprechend herausfordernd war das Casting für «Die Weltverbesserer». Frank Senn, Redaktionsleiter von «DOK»-Serien beschreibt, welche Überlegungen bei der Auswahl der vier Protagonisten ausschlaggebend waren.

Jörg Peltzer mit der kleinen Rehima im Spital von Jimma
Legende: Jörg Peltzer mit der kleinen Rehima im Spital von Jimma SRF

In der Schweiz lebt es sich gut. Unser Land ist ein sicherer Ort, wir leiden keinen Hunger, sind medizinisch bestens versorgt und müssen uns nicht vor Kriegen fürchten. Das nehmen viele wahr und spenden. Denn sie wollen etwas Gutes tun und etwas von dem teilen, was sie haben. Doch was steckt hinter den Projekten, für die sie spenden?

Wir wollten für unsere Serie bewusst keine grossen Organisationen oder NGO’s porträtieren, sondern Menschen zeigen, die sich persönlich einsetzen. Mit welchen Problemen und Mühen werden sie konfrontiert und wie verändert dieses Engagement für Andere ihr eigenes Leben?

Es gibt viele spannende Projekte, die in die Serie passen würden. Wir haben uns für die folgenden drei entschieden.

Legende: Video Rettet ein Dorf abspielen. Laufzeit 00:04 Minuten.
Aus DOK - Die Weltverbesserer vom 25.11.2016.

Manuel Bauer

Samdzong ein Dorf zieht um, beleuchtet eines der grossen Themen unserer Gegenwart und Zukunft: Den Klimawandel. Fotograf Manuel Bauer hat dieses Projekt nicht gesucht, es kam quasi zu ihm, als er auf einer seiner vielen Reisen nach Sam Dzong, Link öffnet in einem neuen Fenster in Nepal kam und sah, dass die Menschen auf Grund des Wassermangels keine Zukunft haben. Aus Eigeninitiative beschloss er, sein Leben und seine Energie dafür einzusetzen, dieses Dorf umzusiedeln und den Menschen eine Zukunft zu geben. Das hat uns überzeugt, sowie auch die Nachhaltigkeit, die dahinter steckt.

Legende: Video Hilfe für Flüchtlinge auf der Balkanroute abspielen. Laufzeit 00:05 Minuten.
Aus DOK - Die Weltverbesserer vom 25.11.2016.

Vanja Crnojević

In einer Zeit der Flüchtlingsströme nach Europa, war für uns klar, dass wir Menschen, die sich für die Flüchtlinge einsetzen, dokumentieren möchten. Vanja Crnojević kam als 12-Jährige mit ihren Eltern während des Balkankriegs aus Bosnien in die Schweiz. Diese Erfahrung hat sie geprägt. Im August vor einem Jahr sammelte sie über die sozialen Medien 2000 Franken und reiste alleine nach Serbien, um Flüchtlingen auf der Balkanroute zu helfen. Im serbischen Städtchen Prešovo, an der Grenze zu Mazedonien, errichtet die 36-Jährige zusammen mit Freiwilligen des Vereins «Borderfree Association», Link öffnet in einem neuen Fenster ein Zelt und drei Container. «Borderfree Association» finanziert sich über Crowdfunding.

Legende: Video Unfallchirurgie in Äthiopien abspielen. Laufzeit 00:04 Minuten.
Aus DOK - Die Weltverbesserer vom 25.11.2016.

Melanie Holzgang und Jörg Peltzer

Im Gegensatz zu den anderen beiden Geschichten beleuchtet dieser Erzählstrang ein typisches Langzeitprojekt – Notfallchirurgie in Äthiopien. Das «Gostar Project», Link öffnet in einem neuen Fenster ist vor 13 Jahren vom Schweizer Chirurgen und Traumatologen Jörg Peltzer gegründet worden und hat sich inzwischen mit Erfolg etabliert. Regelmässig reisen Ärzte aus Schweizer Spitälern für mehrmonatige Einsätze nach Jimma. Im dortigen Spital lernen sie, was es heisst, in einem Entwicklungsland zu operieren und zu arbeiten. So auch die 33-jährige Melanie Holzgang, Oberärztin aus Uster. In einem Land, in dem auf 10 Mio. Menschen ein Chirurg kommt, muss sie entscheiden, wem medizinische Hilfe gewährt wird. Weil die Wege ins Spital lang sind und die Armut gross, kommen die Unfallopfer meist zu spät, dementsprechend komplex sind die Fälle.

Legende: Video Notfallchirurgie in Äthiopien abspielen. Laufzeit 00:08 Minuten.
Aus DOK - Die Weltverbesserer vom 25.11.2016.

Ihr ehemaliger Chef, der Schweizer Chirurg und Traumatologe Jörg Peltzer, hat eine weitere Vision. Er möchte in Jimma ein Trauma-Zentrum für 20 Millionen Franken bauen. Trotz administrativer, kultureller und finanzieller Hürden glaubt er an seinen Traum und findet innovative Wege, ihn zu verwirklichen.

Es sind drei ganz unterschiedliche Geschichten, die zeigen wie Schweizerinnen und Schweizer in der Welt mit ihrem Tun etwas verändern möchten. Jede hat einen anderen Hintergrund, jede spielt auf einem anderen Kontinent. Sie stehen stellvertretend für all die Menschen aus der Schweiz, die versuchen mit ihren Projekten die Welt ein bisschen besser zu machen.

Auf Lösungen fokussieren

Wir folgen in dieser Serie auch dem Ansatz des lösungsorientierten Journalismus. In einer Welt, die geprägt ist von Negativ-Schlagzeilen, versucht der «Solution Based Journalism» , Link öffnet in einem neuen Fensterin seiner kritischen Art der Berichterstattung auf Menschen zu fokussieren, die Lösungen für die vielfältigen Probleme unserer Zeit suchen. Das Thema der humanitären Arbeit bietet sich dafür perfekt an. Denn unsere Protagonisten tun, wovon viele nur reden: Sie helfen.

Zum Autor

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Frank Senn ist Redaktionsleiter der «DOK»-Serien. Er arbeitet seit 1998 für das Schweizer Radio und Fernsehen.

«Die Weltverbesserer»

Alles zu den Protagonisten und den 5 Folgen.